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I'm Mel73 from Hamburg. I've been Qyping since 27-07-2007

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Due Baristi - Eimsbüttel

Langenfelder Damm 2-4, 20257 Hamburg

23-07-2010

Ich habe den Umbau erlebt, die Eröffnung, den Boom - und er hört zu recht nicht auf. Menschen, die hier am Due Baristi kritteln, tun mir leid: Weil sie - kaum an den Luxus eines solchen Cafés gewöhnt - sich empören, wenn sie in der Rush hour 3 Minuten warten müssen oder ohne Vorreservierung ihre Lieblingsantipasti nicht mehr am Buffet finden. Ihnen sei empfohlen wieder ihren Neckermann All inclusive Club aufzusuchen, der ihre Gewohnheiten nicht durcheinanderbringt.

CharlyBravo Jo Mel, wo muss ich unterschreiben?

Bloom Modeeinzelhandel Inh. Heike Richers - Eimsbüttel

Eppendorfer Weg 56, 20259 Hamburg

08-08-2007 (updated on 16-09-2008)

“Modeeinzelhandel” stand im Eintrag bereits, führt aber in die Irre, denn kräftig-lila Pullover gibt’s bei Bloom nicht seit den achtziger Jahren durchgehend, sondern erst diese Saison wieder. Statt stickiger Boutique-Mode führt der helle, schön gestaltete Laden an der pitturesken Ecke Eppendorfer Weg/Weidenstieg tragbaren, hippen Chic von kleinen feinen Designerlabels mit Seltenheitswert in Hamburg. Presque fini, Paul&Joe, Claude Pierlot und die dänischen Marken Malene Birger und Won Hundred sind sonst als nächstes in Berlin-Mitte greifbar. Die Kleidung, Accessoires und prima Schuh-Auswahl liegt in der satten Preisliga von Jungdesignern, aber weit näher an Hilfiger denn an Prada. Schuhe rangieren zwischen 130 Euro (Ballerinas) und 380 Euro (Stiefel). Nicht ohne Grund: Die Marken sind von guter Qualität, die Stücke auffallend chic und stylo und nicht ständig wiedergesehen in der Stadt. Einen guten Eindruck liefert auch die Website bloom-hamburg.de. Von den üblichen Stirnrunzlern abgesehen finde ich die Auswahl seit ungefähr zwei Jahren sehr stilsicher. Und meide die Adresse in schwachen Momenten…

Cem Basman "Und meide die Adresse in schwachen Momenten..." ...schön gesagt.

roomservice-int. interior design christian wedekind - Hoheluft-Ost

Lehmweg 56, 20251 Hamburg

16-09-2008

Das Schaufenster hartnäckig im Gedächtnis, eines Tages ohne Zeit oder Budget rein und eine halbe Stunde später um ästhetische Frische im Kopf, eine Visitenkarte und eine sehr angenehme Unterhaltung reicher wieder raus. So würde ich einen ersten Schritt ins Interior Design wagen: Ein kleiner, ultrapersönlicher Laden von Raumgestaltern (=Ahnung statt Dünkel) mit ausgefallenen Stücken. Wenige Lampen, Sofas, Betten und Regale, die durch ihre lebendige Schlichtheit mit stilsicheren Designära-Anspielungen und sehr gute Materialien bestechen. Fürs geistige Auge: Die Architectural-Digest-Homestory eines jungen Architektenpaares in Stockholm. Die Preise sind unterhalb des AD Digest, oberhalb von habitat - das Preis-Leistungsverhältnis (> Design auch Leistung) besser als beide. Dennoch: roomservice ist nichts für Menschen, die viel Auswahl, laute Designposen, Schnäppchen oder Kitty-Katty-Kuscheligkeit suchen. Aber für Menschen, die notwendigerweise geübtes Ikea-Understatement endlich mit etwas Wertvollem salonreif machen wollen, versuchen mit Stil 35 Jahre alt zu werden oder einfach liquide sind und ordentlich einkaufen können. Die Visitenkarte ist gesichert…

Upper East - St. Pauli

Simon-von-Utrecht-Str. 31, 20359 Hamburg

15-09-2008

Ein “Club” mit Einlass-Kordeln, niedriger Decke, hohen Preisen und vielen jungen, schwarz gekleideten Menschen, die bekannte Champagnermarken konsumieren. Die Männer in Anzügen und Gelfrisuren, Davidoff und D&G Parfums, die Frauen mit Perlohrringen, Joop Apfelparfums und Marc Jacobs’ “Daisy”. Sehr tanzbare Songs, elektronisch überarbeitete Chartschlager. Auch Hamburg hat Makel.

hotzenplotz Dabei scheint Ihr Euch ja sogar ganz nah gekommen zu sein.

IQ222 kompliment! hab mir gestern abend genau die gleichen gedanken gemacht. werde in kürze mal dem neidclub einen besuch abstatten…wg dem licht :)

Anberg - Eppendorf

Isestraße 94, 20149 Hamburg

01-07-2008

Eine kleine, fast intime Stiloase, die mit A.P.C., Pierre Hardy und sogar Bernhard Wilhelm Labels führt mit Edge und Rarität in Hamburg. Mitten im Todesstreifen von rosa Polohemden und Posh-Spice-Jeans, nahe des Eppendorfer Baums, liegt Anberg. Die Isestraße ein Stück weiter hoch, wo sie verschwiegener wird, betritt man den zurückgesetzten Laden und steht gefühlt in der kleinen Wohnung von geschmackssicheren, weitgereisten Bekannten, die ihre ausgefallenen Souvenirs professionell arrangiert haben, von edlen Seifen über den Blau-Metallic-Nagellack aus Antwerpen bis zu den herrlich rauhen Comme-de-Garcons-Parfums, Lackpumps und schöner Kleidung. Entspannt und freundlich empfangen einen die sehr unterschiedlichen Macher und zeigen Geduld, während man an den zum Teil sündteuren Besonderheiten vorbeischleicht, um dann eines der finanzierbareren Stücke nach dreimal Anprobieren aufgeregt zu kaufen. Die Preise der Menagerie umfassen alles zwischen Jeans von A.P.C. um die 150 Euro und einer Stola für knapp 1.000 Euro. Die Inspiration, die man mitnimmt, kostet wirklich gar nichts.

Q-Bar - St. Pauli

Silbersacktwiete 6, 20359 Hamburg

07-05-2008

Da fällt man nach Jahren in die Q-Bar ein, alles ist neu und die Gastfreundschaft die liebevollste seit langem. An einem Dienstag abend um 23h wird man auf die Frage nach warmem Essen angelächelt, der Opener-Gin Tonic wird mit bestem Gin gemixt, der Koch kommt persönlichan den Tisch und das ist erst der Anfang. Nach tadellosen Tapas, Huhn in scharfer Tomatensauce, Pflaumen im Speckmantel und Ziegenkäse, bittet uns Hermann, 24, seit März Chef der Küche, strahlend in sein Reich. Und sagt, dass es noch viel Besseres gibt. Gelernt hat er im Landhaus Dill, gearbeitet im Vienna und das merkt man: Die neue Karte bietet neben Tapas Dinge, für die wir wiederkommen, Kräuterrisotto mit Rotbarbenfilet, das gute Schnitzel (die Vienna-Schule) und andere unprätentiöse, zeitgemäße Gerichte. Das Mousse aus weißer Schokolade auf Schokoladenkuchen an Pflaumenkonfit mit Rum, dass wir auf am Stahltisch in der Küche als Vorgeschmack serviert bekommen, haut uns um. Die charmante Art des gesamten Teams sowieso. Hingehen, am besten spät abends.

hotzenplotz Verrätst Du mir nun noch, warum der fünfte Stern fehlt?
Das klingt alles so durchweg einverstanden, wo haben sie verloren?

enjoyer1973 Sehr gut!Da muss ich hin!

Juwelier-Restaurant - Eimsbüttel

Weidenallee 27, 20357 Hamburg

20-01-2008

Hoffentlich hatten die Menschen früher in dem kleinen Vorraum auch das Gefühl, ihr Geld in genau das Richtige zu investieren. Heute tauscht man es gegen das Glück einer hauchzarten, knusprigen Frühlingsrollenidee, gefüllt mit Shitake-Pilzen und Cashewnüssen nebst grünem Sößchen und Feldsalatbouquet oder der famosen Maispoulardenbrust mit Salbeignocchi und mediterranem Gemüse, ach, oder dem Loup de Mer in Selleriegeschmeichel mit Exotik-Kartoffelplätzchen. Soweit zum Essen. Dabei sitzt man in dem kleinen ehemaligen Ladengeschäft - wenn man, wichtig: reserviert hat - mit Fensterfront am Puls der erwachsenen Schanzencorona in klarem, aber warmem Minimalismus, Holztischen und Stühlen wie aus einer Turiner Oberschule, klassisch eingedeckt mit weißen Papiersets auf denen die Liebe zum Detail beglückt: wiederaufgelegte Weckkaraffen, in denen Rosmarinzweige gutes Olivenöl aromatisieren, zum Anmischen in Schälchen mit Fleur du Sel. Das Team hat Geschmack im Sinne eines durchdachten aber natürlichen Stils in jeder Hinsicht: Junge feine Küche mit unprätentiöser Kreativität zu völlig angemessenen Preisen. Auch nach einem langen Abend mit viel Wein braucht es den sehr guten Obstbrand nicht, um die Rechnung zu verkraften. Gegen Ende des Abends wird gern wie unter Freunden die Musik aufgedreht, über Tische und Küchentheke hinweg gescherzt. Gut, dass man öfter essen gehen kann, als Diamanten kaufen.

CatCat Den Text kann man sich auf der Zunge zergehen lassen. Wirklich sehr schön!

enjoyer1973 Du musst professionell schreiben,Mel.Es bringt Spass,es zu lesen!

Neidklub - St. Pauli

c/o A.M.I. GmbH, Reeperbahn 25, 20359 Hamburg

07-11-2007

Der Neidklub ist so klar, entschieden und cool wie sein Elektrosound: Intelligent angelegte Räumlichkeiten, ein dunkelgrauer, quadratischer Tanzraum mit der Bar als Überleitung zur angeschlossenen Lounge-Area hinter Raumteilerkettengardinen. Das Lichtspiel ist deutlich, einezuckende Elektrobahn unter der Decke zäunt die Tanzfläche ein und sagt: Beweg Dich oder finde die Bar, die einzige andere Lichtquelle. Dort ist der Gin-Tonic sauber gemischt, freundlich kredenzt, und der Blick schweift: Attraktive Menschen, Anfang bis Mitte Zwanzig (Mädchen) bis Anfang Dreißig (Jungs) - lockere Stimmung, sympathisch, dezent kommunikativ und keine schlimmen Schubladen. Zum Wandeln sind Gänge und Terrasse dabei, ein rundum guter Klub auch Mitte Dreißig. Gutes Licht eben…

Cem Basman Macht appetit.

BioKonditorei Eichel - Eimsbüttel

Osterstraße 15, 20259 Hamburg

19-08-2007

Allein drei Radfahrer kamen vorhin gleichzeitig mir mir zum Stehen. Sonntagnachmittag vor der Biokonditorei in der Osterstraße und mein 1x im Jahr Heißhunger auf Kuchen mit Sahne statt auf Schokolade oder Pasta war da. Drinnen puristischer Retrostil mit froschgrünen Wänden, riesigen creme-farbenen skandinavischen Hängelampen und dunklem Holz. Etwas zu eng und zu grün zum drinnen sitzen (Nichtraucher) und draußen ist es mir unverständlich mit dem Killerverkehr, aber was sag ich, der Kuchen - es geht um den Kuchen, und den kann man mitnehmen. Mit ein bisschen Restangst vor politisch korrektem Mürbeteig und zuviel Neoideologie ging ich rein und wurde belehrt. Ein herrliches Glast-Stahl-Büffet mit Torten und Kuchen, die bodenständig und doch besonders waren: Linzertorte deren Schokolade opulent um die Wette glänzt mit den Johannisbeeren darin, daneben ein subtil saftig strotzender, tadellos aufgebauter Reneclauden-Kuchen und erst die Apfeltorte, nach Florentiner oder Mailänder Art. Ein paar vegane Entwürfe und alles mit Soja gibt es auch, für den, der muss. Ich kann Reneclodenkuchen und Rhabarberstreusel sehr empfehlen. Das alles mit einem sympathischen Konditoreimeister und 2,70 pro Stück toll im Vergleich zum Süßbackpulvermatsch mit H-Sahne, den man andernorts bekommt. Außerdem alles sehr nett und kinderfreundlich.

Restaurant SGROI - St. Georg

Lange Reihe 40, 20099 Hamburg

29-07-2007 (updated on 08-08-2007)

Das "Sgroi" kenne ich aus verschiedenen Perspektiven: von Tisch 2 und 10, aus der Küche und dem Keller voller Schätze aus Südeuropas satter Natur. Meine Insiderperspektive ist persönlicher Verbundenheit zu verdanken und damit völlig unobjektiv, was herrlich egal ist, weil Anna Sgrois Können unbeeindruckt darüber steht. Sie lebt ganz einfach die Philosophie der authentisch feinen italienischen Küche, mit Noblesse ohne Attitüde, virtuos gebündelter Kreativität und einer herrlichen Ignoranz gegenüber Effekthascherei. Ihr Michelinstern leuchtet jeden Tag, denn sie zieht es vor, an jedem selbigen in der Küche zu stehen, statt vor ZDF-Studio-Kameras, so dass nicht ein Teller die Anreiche verlässt, ohne durch ihre Hand gegangen zu sein. Sie ist unerbittlich und das schmeckt man: Der lombardische Stör ist so zart und saftig, dass sie ihn nur mit ein paar Tropfen besten Olivenöls und einem frischen Kraut balsamiert, ihr berühmtes Zicklein streichelt die Zunge und - mein Lieblingsessen auf der Welt - das Steinpilzrisotto mit Blaubeeren balanciert seine Gegensätze, dass man lächelt, den ganzen Teller lang. Die Preise sind absolut angemessen. Etwas um 60 Euro für ein Vier-Gänge-Menü. Auch beim Wein kann man eine reelle Glasauswahl treffen - doch darum geht es nicht: Annas Küche ist etwas Besonderes, das man gar nicht jeden Tag haben sollte - selbst wer könnte. Sonst vergisst man, wie kostbar es ist. Und weil "selbstgemacht" trotz 13-Stunden-Tag manchmal dennoch wichtig ist: Mit den Zutaten aus Ihrem
schönen Laden "Alimentari" neben dem Restaurant kann man zuhause ohne Blut-Schweiß-Tränen Pasta mit Wildschweinragout auftischen und Liebe ernten. Und dafür ein paarmal mehr statt im Dubai-preisigen Supermarkt im Discouter mit neuer Biolinie einkaufen, als Budget-Ausgleich...

PJebsen Wunderbarer Beitrag!

enjoyer1973 Chapeau!