I'm Niclas Grabowski from Berlin. I've been Qyping since 21-12-2007
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Niclas Grabowski's Qype profile
Trattoria Muntagnola - Schöneberg
Fuggerstraße 27, 12777 Berlin
13-11-2011
Gefüllte Calamaretti habe ich hier gestern gegessen, und dann noch Castrato alla Pastorale, was in der deutschen Karte mit Heidschnucke übersetzt wird. Beides sieht auf dem Teller jetzt nicht so großartig aus, schmeckt aber perfekt aromatisch. Dazu gibt es einen soliden Hauswein, sowohl Weiß als auch Rot beides offen im Glas. Der Laden ist voll als wir ohne Reservierung eintreffen, wir müssen zehn Minuten warten, und die gute Auslastung macht sich schon ein wenig bemerkbar beim Service, auf Bestellung und dann die Getränke muss man ein wenig warten. Die Küche macht ihre Arbeit dann aber schnell. Über einen Monitor kann man das Geschehen in der Küche übrigens verfolgen, und es macht einen durchaus organisierten Eindruck.
Ehrlich gesagt, ich persönlich kann kaum beurteilen, ob das hier jetzt wirklich “authentisch” ist, wie man es sonst so oft liest. Ich war noch nie in der Basilicata, deren Küche hier das Thema ist. Und wenn ich selbst in Italien war, bin ich besser damit gefahren, einfach gute Restaurants zu suchen als typische. Aber immerhin muss ich sagen, dass die Trattoria Muntagnola genau dem entspricht, was ich mir als Familienrestaurant vorstelle, wo Mammi das kocht, was sie von ihrer Mammi gelernt hat, nur eben jetzt professioneller. Dass man hier sehr oft Speisen auf der Karte hat, deren Zutaten über die üblichen 23 Klassiker der anderen Italiener in Deutschland hinausgehen, mag diese Sicht stützen. Das Essen ist hier jedenfalls mehr Sein als Schein.
Das besondere Engagement der Besitzer und deren Verbundenheit mit Italien und der Basilicata kann man aber auch anderen Details im Restaurant entnehmen. So gibt es Photos und Bücher zum Thema, so stehen die Rezepte für fast alle Gerichte auf dem Tisch zum Kaufen in drei kleinen Büchlein bereit. Und gestern Abend wird beim Rücktritt von Berlusconi der Fernseher kurz laut gedreht und dann – wenn auch relativ still ohne Einschränkung des Restaurantbetriebs – gefeiert. Man hat hier also eine deutliche Meinung zu den Ereignissen in der Heimat.
Sehenswert ist weiterhin die “Smokeria”, der Fluchtpunkt für alle Raucher, direkt vor der Tür.
ASTOR Film Lounge - Charlottenburg
Kurfürstendamm 225, 10719 Berlin
12-09-2011
Nur Knutschen kann man hier nicht. Dazu sitzt man der Nachbarin einfach nicht nahe genug. So kann man das Kino pubertierenden Teenies nicht empfehlen. Allen anderen dagegen schon.
Zwischen den Sitzen befindet sich außerdem noch ein kleiner Tisch mit Weinkühler. Für Wein, Champagner und Cocktails, die hier von einem Service am Platz serviert werden, ist das eine praktische Lösung. Und der Platz reicht dann auch für die kleines Snacks, die man sich auch noch bringen lassen kann. Diese sind winzig, eigentlich auch konventionell, aber eben für ein Kino außergewöhnlich. Orientalische oder italienische Vorspeisen werden angeboten. Es lohnt sich, auf dem Weg in den Saal in der Vitrine nachzusehen, welche der Angebote für einen selbst am besten passen.
Technik, Film, Ton, das alles möchte ich als unauffällig gut bezeichnen. Der Saal ist frisch renoviert, groß und in jeder Hinsicht großzügig. In der Loge sitzt man mit Hocker für die Füße mindestens so bequem wie vor dem Flatscreen zuhause. Und das ist denn auch die Idee dieses Kinos: Man möchte sich wieder die Fans der DVD zurück ins Kino holen. Eine schöne Ausstellung mit Photos von den vielen Kinos in Berlin, die mittlerweile in dieser Form nicht mehr bestehen, unterstreicht dieses ehrenwerte Anliegen.
FILETSTÜCK - Wilmersdorf
Uhlandstraße 156, 10719 Berlin
07-09-2011
Ja, Fleisch ist ein Ressourcenkiller, für dessen Herstellung braucht man Energie und Fläche ohne Ende und außerdem ist das noch schlecht für das Weltklima. Und man muss das Tier auch noch umbringen, bevor man es essen kann. Aber statt es zu verbieten – was bestimmt schon als Vorschlag in den Schubladen der EU in Brüssel liegt – kann man auch den Weg gehen, seltener Fleisch zu essen und dafür dann ganz besonders gutes.
Dieses gibt es hier im “Filetstück”, und es gibt es nicht nur eingeflogen aus dem fernen Amerika oder Irland wir sonst in vergleichbaren Steakhäusern, sondern auch mit drei Wochen Trockenreifung aus dem heimischen Norddeutschland. Und tatsächlich bekommt man hier ein wunderbares Filet auf den Tisch. Das ist nicht gerade das kreativste Stück Fleisch, das man haben kann, aber zumindest für mich ist es das perfekte Stück Fleisch – perfekt im Aussehen und perfekt in der Konsistenz. Nur ein einziger Bissen des 250g Stücks zeigt mehr Widerstand als erwartet. Ich liebe es einfach. Und so gelegentlich brauche ich es auch.
Ganz preiswert ist es nicht. Und auch die Beilagen könnten hier etwas großzügiger sein und vielleicht um ein paar Klassiker ergänzt werden. Wie wäre es mit Pommes Allumettes? Oder einer ganz klassischen Sauce Bernaise? Hier jedoch steht eigentlich nur das Fleisch im Mittelpunkt, mit ein wenig Salz. Dazu gibt es eine gute Weinkarte, die nicht nur meinen Lieblingsriesling enthält, sondern auch fair kalkuliert ist. Service war in Ordnung, Einrichtung ist nüchtern, aber mit der Theke im Eingang (man kann auch was mitnehmen), dem großem Spiegel und der Wandgestaltung macht das einfach einen cleveren Eindruck. Und man merkt, dass die Gäste das Konzept annehmen.
haenger Hallo Irene Heitz, bin vollkommen Deiner Meinung. Auch ich ess gerne Fleisch und kaufe dieses bei uns im Metzgereinkauf, also dort wo auch die heimische Metzgerei, wenn sie nicht alles selbst schlachtet. einkauft.
Jeden Tag möchte ich auch kein Fleisch, doch ein Rindersteak oder Filetsteack ist auch mal drin.
16 September 2011
Eiffel Restaurant und Catering - Halensee
Kurfürstendamm 105, Wilmersdorf, 10711 Berlin
28-08-2011
Basilikumeis hat tatsächlich ein wenig Schärfe im Abgang – so dass die Lieblingsbegleiterin schon an Schnittlauch denken musste. Das gab es hier zur Ergänzung der Vorspeise aus kleinen, perfekten Jacobsmuscheln. Und auch die mild geräucherte Entenbrust auf Sauerkraut, etwas kross gebratenen Brot und Weintrauben war ein kleines Erlebnis. Man traut sich hier also was. Bei meinem Hauptgericht mit etwas zu viel von Olivenkonfit zum Fisch gelang das nicht ganz so gut, solide gekocht mit der richtigen Konsistenz des Risottos war das aber allemal. Und die Nachspeise, das warme Schokotörtchen, das war einfach genial.
Was hier aber vor allem überzeugt, ist das für die durchaus aufwändige Küche überzeugende Preis-/Leistungsverhältnis. 39 Euro für Vorspeise, Hauptgericht, Nachspeise und Weinbegleitung ist für diese Art von Küche an einem Samstag Abend wirklich gut, in anderen Restaurants bekommt dieses Preisniveau nur in der Woche mittags. Und da kann man es auch verschmerzen, wenn der Wein zum Hauptgericht jetzt nicht ganz so genial meinen Leidenschaften entspricht. Überraschend gut dafür ein Federweißer zur Vorspeise. Man hat hier also auch Ideen, wenn es um Getränke geht. Schließlich betreibt man auch eine Weinhandlung gleich nebenan.
Dem Service unterlaufen mal ein paar kleine Fehler. Aber diese werden dann noch noch bemerkt und ausgebügelt – Wein sollte halt zum Essen auf dem Tisch stehen und nicht auf sich warten lassen. Aber sonst ist man freundlich engagiert, und auch die Sonderwünsche, die bei mir leider nicht ausbleiben, werden alle erfüllt. Unterm Strich also auch alles in Ordnung. Zu den Räumen muss man allerdings noch etwas sagen – es wirkt, bis auf ein nun wirklich knallrotes, riesiges Bild am Ende des Raumes doch sehr nüchtern, fast etwas kalt. Das mag für mehr Konzentration auf das Essen sorgen. Auch glaube ich, dass es für tagsüber mit dem Blick aus den großen Fenstern auf den Kurfürstendamm einen anderen Eindruck hinterlässt. Ich jedoch wünschte mit etwas mehr von dem wärmeren Eindruck der angeschlossenen Weinhandlung nebenan auch in diesem Speisesaal. Man sehe es mit bitte nach.
Eiffel_Berlin Lieber Niclas, wir freuen uns über derart detaillierte und fundierte Kritiken, egal ob positiv oder negativ. An den negativen Aspekten können wir arbeiten und die Positiven bestärken uns natürlich. Schön, dass jemand unser Menü-Angebot zu schätzen weiß! Vielen Dank, Ihr Eiffel-Team
6 September 2011
dos palillos - Mitte
Rosenthaler Strasse 53, im Casa Camper Berlin, 10178 Berlin
13-08-2011
Das Konzept ist klasse. Winzig kleine Gerichte, Tapas könnte man sie nennen, wären sie nicht zum großen Teil asiatisch inspiriert – so dass man bei ein oder zwei der kleinen Leckereien auch mal an Tim Raue denken mag. So zum Beispiel beim zweiten Fleischgang und damit dem letzten Gang vor dem Nachtisch, nämlich mariniertes und ganz langsam gegartes Schweinekinn. Sehr lecker, aber nicht für jeden.
Zum Konzept gehört hier auch die offene Küche, die direkten Kontakt nicht nur mit dem Service sondern auch mit den Köchen erlaubt. Wirklich viele Tricks kann man sich nicht abschauen, die Gerichte leben von einer guten Vorbereitung, aber dennoch, man sieht, wie das zubereitet wird, was man dann gleich isst, und ja, das ist schon spannend anzusehen. Und weiterhin kann man ja auch mal was fragen. Ansonsten ist die Einrichtung minimalistisch, nur die schrägen, goldenen Lamettavorhänge an den Fenstern wollen zum Gesamteindruck nicht wirklich passen.
Dennoch trübten ein paar Kleinigkeiten das Erlebnis. Ich muss ja gestehen, meine Bewertung von Restaurants beruht nicht auf meinem eigenen Gusto allein. Ich habe da meine Lieblingsbegleiterin, und geübt wie wir sind, bestellen wir für Sie in der Regel ein kleines Menü und für mich ein großes, haben dann keine Skrupel gegenseitig zu kosten und bekommen so eigentlich immer schon beim ersten Besuch einen repräsentativen Querschnitt über die gesamte Küche. Nicht so hier, denn hier werden wir sofort aufgefordert, uns auf ein Menü zu einigen, und auch dezentes Maulen öffnet da keine neuen Wege. Was macht man bloß, wenn einer viel Hunger hat, der andere wenig? Getrennt kommen, und an der Bar Liebe auf den ersten Blick faken, würde ich sagen.
Zweitens: Mir waren einige der Gerichte einfach zu nüchtern, ein Salat mit Okra und Lachskaviar so sehr, dass ich mit Sojasoße nachgeholfen habe. Das fiel auf, und so bekamen wir auch eine Begründung für den Stil der Küche. Dieser ist immerhin auf Menüs von zwölf und (ich glaube) 17 Gängen angelegt, und man meint hier, zu schnelle Sättigung würde drohen, wenn jeder Gang geschmacklich voll Dampf macht. Ich dagegen bringe meinen Appetit eher durch einen sauren Zwischengang wieder in Form, wenn es sein muss – oder durch etwas Fruchtiges (warum sind bloß die Sorbets aus der Mode gekommen)? Ganz abgesehen davon kann ich auch noch die Sojasoße hier wirklich empfehlen. Sie ist mit Ingwer und Reisessig verfeinert, und damit die beste, die ich außerhalb Japans bisher genießen konnte.
Insgesamt will ich aber nicht so viel meckern, es war ein unterhaltsamer Abend mit ca. zwei Drittel einfach perfekten, kleinen Gerichten, einem guten Service und einer Weinkarte mit einer guten Auswahl Sake. Auch nicht so häufig in diesem Lande. Service sehr gut, kompetent und selbstbewusst, Preislage für die Leistung in Ordnung. Wir drohen daher bei dieser Gelegenheit weitere Besuche an. Haltet die Sojasoße schon mal bereit.
King Size Bar - Mitte
Friedrichstraße 112b, 10117 Berlin
28-07-2011
Ich komme rein und es riecht wie in den 90ern. Geruch ist eben doch der Sinn, der stärker als alles andere die Erinnerung stimuliert. Ein wenig ist es Baustellenstaub, ein wenig Putzmittel ohne Parfümierung, ein wenig Schweiß der letzten Nächte. Unvergleichlich. Das war meine Jugend in dieser Stadt. Damals, als man noch jeden Tag in der Woche wegging.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Es riecht, aber es stinkt nicht. Gerade genug, um sich an alte Zeiten zu erinnern. Gerade genug, dass man die emotionale Begeisterung der Schreiberlinge in dieser Stadt nachvollziehen kann, die sich ebenfalls an diese Zeiten erinnern und deshalb die Bar in höchsten Tönen über den Klee gelobt haben. Kaum eröffnet, schon auf dem Titelblatt der Zitty. Schließlich habe ich diese auch seit den 90ern nicht mehr gelesen. Aber andere haben sich den begeisterten Stimmen ja angeschlossen – gerüchteweise allerdings eher aufgrund der schrägen Türpolitik der Bar Tausend, die geradezu nach einem neuen Inspot geschrieen hat. So löst denn ein Hype den anderen ab. Und wie ist nun die Wirklichkeit?
Am Wochenende ist es physisch nicht immer möglich, die Bar zu betreten. Überfüllt ist das eher wie ein Club als wie eine Bar. Also doch lieber ein Besuch in der Woche. Und da ist die Atmosphäre wirklich klasse. Wenig aber schöne Kunst auf rauen Betonwänden. Kleine, aber hohe Räume. Mit der Beleuchtung wird es nicht gerade übertrieben. Viel Stammpublikum, viele Gespräche über den Bartresen hinweg, coole Musik, Barfrau mit echt schönen, langen Haaren. Die Leute tanzen gelegentlich auch mal, wenn der Laden noch halb leer ist. Gute Stimmung. Für eine Bar in Berlin ist die Karte viel zu klein. Keine Cocktails, dafür ein guter Moscow Mule, der auch schon mal mit wechselnden Alkoholgehalt zubereitet wird. Man hat Spaß hier.
Bar Raval - Kreuzberg
Lübbener Straße 1, Ecke Görlitzer Str., 10997 Berlin
28-07-2011
Also ich frag mich ja schon länger, wer hier eigentlich konservativer ist: Der schwäbische Großpapa aus dem Ländle, der seine Enkel auch nach Aufgabe der Wehrpflicht einfach beim Bund sehen muss, oder der ebenfalls in Schwaben geborene Alt-Kreuzberger, der ca. 1982 nach Berlin gezogen ist, um dieser Wehrpflicht zu entgehen und will, dass seine Umgebung jetzt genau so bleibt, wie sie 1985 war. Glücklicherweise befinden sich beide Formen der Existenz inzwischen auf dem absteigenden Ast. Das mit den guten, alten, deutschen Werten lässt sich nicht mehr finanzieren, und Kreuzberg hat als Teil einer lebendigen Stadt den beinharten Betonköpfen unter seinen Bewohnern inzwischen einiges voraus. Also Leute, das bringt doch nichts mit der Polemik gegen ein Restaurant. Mit einem solchen werden die Leute eben nicht reich, jedenfalls nicht in dieser Stadt. Auch wenn einer der beiden Partner hier einen bekannten Namen aus einer anderen Branche hat. Und die, die hier arbeiten, können sich auch keine anderen Wohnungen leisten als Ihr selbst.
Trotz gelegentlichen Gegenwinds aus der Nachbarschaft und hier im Internet wird im Restaurant ein guter Job gemacht. Die Karte ist klein, aber alles, was dann auf dem Teller kommt, ist wirklich gut. Es ist ein bisschen mehr das spanische Original als anderswo in dieser Stadt, was einige Leute mögen, andere nicht – aber die können immer noch in Mar y Sol gehen. Als kleiner Schwachpunkt erweist sich allenfalls der offene Rotwein, der gut trinkbar ist aber auch etwas blass schmeckt. Und ein wirklich gutes Brot auf dem Tisch, das wäre auch ein Fortschritt. Dafür haben die aber ein paar andere geniale Flüssigkeiten aus Spanien mitgebracht, man muss nur danach fragen. Service nett und gut, der Manager des Ladens wirkt für einen Spanier manchmal etwas wenig herzlich, aber das passt zu Berlin. Einrichtung ist aus meiner Sicht eher nüchtern geraten. Lustig auch, dass man in einem Raum das mit den Leuchten an der Decke immer noch nicht hinbekommen hat. Aber vielleicht passt ja das gerade zu Kreuzberg.
Das Publikum jedenfalls nimmt den Laden an. Jung, gelegentlich auch mal hübsch, und bis auf gelegentliche Notebooks auf dem Tisch geht es ganz unprätentiös zu. Wenn Kreuzberg so aussieht und isst, also ich kann damit leben. Verschwendet Eure Energie doch lieber an das McDonalds. Oder geht Ihr etwa dort alle essen?
_frauhase_ ich glaube eher, wir sollten uns die abschaffung der “guten, alten, deutschen werte” (z.b. sozialstaat) nicht “leisten”.
9 August 2011
Filou - Charlottenburg
Bleibtreustr. 7, 10623 Berlin
05-07-2011
Das ist was fürs Auge. Neben einigen Kronleuchtern sorgen hier nämlich richtige, echte Kerzen für die Beleuchtung. Und weil es wirklich viele solcher weißen Kerzen sind, ergibt sich eine durchaus einzigartige Stimmung - es ist dunkel, aber nicht zu dunkel, und die ebenfalls dunkle Einrichtung mit Backsteinwänden und schweren Holztischen und dem Flügel in der Mitte des Hauptraums kommt so richtig zur Geltung. Kubrick hat in Barry Lyndon einen ähnlichen Effekt erzielt.
Aussehen, das tun hier auch die Teller mit Essen einfach großartig. Es ist eine Freude hier zu sehen, was auf den Tisch kommt. Leider muss man allerdings sagen, dass das Essen dann geschmacklich nicht ganz hält, was es verspricht. Die Artischocken-Kartoffelsuppe kommt etwas zu nüchtern daher, und auch die verschiedenen Carpaccios als Vorspeisen sind mit zu unauffällig. Vielleicht versucht man hier, durch Kochen ohne Risiko den Geschmack aller zu treffen. Da geht man bei der Einrichtung einen mutigeren, also besseren Weg. Und auch beim offenen Wein ist in Berlin mittlerweile mehr und bessere Auswahl üblich.
Der Service war nett, aber gelegentlich auch mal etwas hektisch. Große Runden dominierten den Abend hier, und passend zum Ort und zu den Tellern waren es durchaus attraktive Gäste, die sich hier einfanden. Es gibt also schon ein paar Gründe, öfters einmal hierher zu kommen, läge da nicht eines meiner absoluten Lieblingsrestaurants direkt nebenan. Aber da dieses nicht immer ganz einfache Öffnungszeiten hat, ist auch das Filou eine nette Alternative.
Cinemaxx Mannheim - Mannheim
N7 17, 68161 Mannheim
24-06-2011
Und leider auch hier sehen wir das Problem der Multiplexe. Viele Kinosäle an einem Ort, dazu gute Technik und ein Stand mit Kleinigkeiten zum Essen und Trinken. Dazu ein großzügiges Foyer, und noch dazu in diesem Fall eine zentrale Lage - gleich nahe dem Hotel, wo ich übernachte. In der Theorie müsste das also eine gute Idee sein.
Aber die Auswahl an Filmen ist leider mehr Schein als Sein. Alle Filme folgen hier der Maxime, dass das Zielpublikum von ca. 16 Jahren befriedigt werden muss. Und so gibt es auch nichts wirklich leckeres zu essen oder zu trinken, die Filme sind alle einfach gestrickt, das Foyer ist lieblos eingerichtet.
Dabei könnte Kino doch so schön sein, ein Fest für Augen und Ohren, für die Zunge und das Hirn. Aber nicht hier.
Filmkunst 66 - Charlottenburg
Bleibtreustr. 12, 10623 Berlin
24-06-2011
Ja, gut, der alte Kasten, der hier bis vor ein paar Jahren stand, der war noch ein richtiges, altes Kino, ein großer Quader, hässlich von außen, aber schön groß von innen mit einem zentralen Raum, der auch ein Theater hätte sein können. Nur selten allerdings war dieser große Raum voll. Und daher kann ich zwar verstehen, dass einige Fans ihn vermissen. Der Umgebung tat der Schritt in die Gegenwart aber wohl doch gut.
Jetzt gibt es zwei kleinere Säle, die übereinander liegen. Und man merkt, dass es das Programm ist, welches ein Kino wirklich ausmacht. Was man hier zu sehen bekommt, ist eigentlich immer einen schönen Abend wert. Und man erlebt hier Filme, die sonst an einem vorbeigehen würden. Blickt man ins Schaufenster, so kann man die Filmkritiken lesen, und ich frage mich, ob es diese sind, die hier bei der Erstellung des Programms herangezogen werden. Aber vielleicht wird hier das Programm auch einfach nur mit besonderer Leidenschaft für das Kino gemacht.
Das Kino im Westen der Stadt sei tot, das bekommen wir immer mal wieder zu lesen. Die Multiplexe sind im Osten oder in den Vororten. Das mag ja für die großen Kudammkinos zutreffen. Aber bei den Programmkinos, da kann man inzwischen nun wirklich nicht meckern.
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