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Muttertag - Welt

Welt

11-05-2013

Muttertag 2013

 

Muttertag – für mich persönlich ja so überflüssig wie ein Kropf und ich habe es mir gegenüber meinen Kindern auch immer (meist erfolgreich) verbeten, an diesem Tag mit Frühstück im Bett – (wer nie sein Brot im Bette aß, der wer nicht wie die Krümel pieken) – oder gedrahteten Blumensträußen überrascht zu werden.

Aber was hat es mit dem Muttertag überhaupt so auf sich.

Erfunden  haben ihn – nein, nicht die Schweizer – natürlich die Amerikanerinnen (eine).
Eine Frauenrechtlerin – wer sonst -  forderte schon 1872 einen offiziellen Feiertag für die amerikanischen Mütter, der am 8. Mai 1914 als „mother´s day bill“ im Kongress zum Staatsfeiertag erklärt wurde.

Nach dem ersten Weltkrieg – vorher hatte man auch wirklich andere Sorgen – verbreitete sich dieser Feiertag auch in Europa und jetzt kommen endlich 1917 auch die Schweizer ins Spiel. 1918 zogen die Finnen und Norweger und 1919 die Schweden nach. Später - 1924 – klinkte sich Österreich auch noch ein.

In England wurde der „mothering day“ wiedererweckt, der allerdings ursprünglich nicht die „Familienmutter" im Visier hatte, sondern die Mutter Kirche. An diesem Tag bekamen die Mütter den simnel cake geschenkt.  Da es sich ja ursprünglich um einen kirchlichen Feiertag handelte, werden die Mütter  schon am Sonntag  Laetare – na, wer weiß, welcher das ist? – geehrt. Der simnel cake ist ein ganz „kalorienarmes" Gebäck und weil dieser besagte Sonntag in der Fastenzeit liegt, gibt es diesen Kuchen traditionell eben zu Ostern.

http://www.splendidbritain.com/der-traditionelle-englische-osterkuchen-%E2%80%93-der-simnel-cake/

 Mit Traditionen kennen sich die Briten ja wohl bestens aus.

1923 – ja wirklich schon dann – kam der „Verband der Blumengeschäftsinhaber" – wer sonst – auf die gewinnbringende  Idee, so einen Ehrentag auch in Deutschland einzuführen.

Paul – wer ist eigentlich Paul  –  Reichspräsident Paul von Hindenburg (einer mit vielen richtigen ;-) Orden) führte 2 Jahre später den Muttertag als gesetzlichen Feiertag ein.

Das dieser Tag im !!! (ihr wisst schon!!!) heftig missbraucht wurde, muss nicht extra erwähnt werden – kann sich sowieso fast jeder denken.

Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 wurde aus dem Muttertag ein rein privater Feiertag.

In der ehemaligen DDR kochte man natürlich ein extra Süppchen. Schließlich war das ja eine amerikanische Erfindung. Frühstück ans Bett, Blumen? – ne, wie sollte denn da das Plansoll erfüllt werden können. Da gab es am 8. März den internationalen Frauentag und Schluss.

So und wie können sich die lieben Kinderlein nun merken, wann die Mami verbrannten Toast, ein steinhartes Ei und verschlabberten Blümchenkaffee ans Bett gebracht haben will?

 Immer am zweiten Sonntag im Mai!

Das reicht ihr dann auch für ein ganzes Jahr.

Und damit kein Kind diesen wichtigsten Tag im Leben einer Mutter vergisst,

schreibe ich den Beitrag schon heute.


Wie ja wohl nun eindeutig klargestellt, halte ich absolut nichts von dieser Gefühlsduselei anlässlich des Muttertages, aber diese kleine Auflistung, wie und in welchem Alter Kinder  ihre Mutter sehen, hat mich doch schon berührt. Dass das Wort „Mama" genauso gut  durch „Papa" ersetzt werden kann, steht außer Frage.

  4 Jahre: Mama weiß alles,

  8 Jahre: Mama weiß viel,

12 Jahre: Mama weiß nicht wirklich alles,

14 Jahre: Mama weiß gar nichts,

16 Jahre: Mama ist Niemand,

18 Jahre: Mama gehört doch zum alten Eisen,

25 Jahre: Mama weiß das vielleicht,

35 Jahre: bevor wir das entscheiden, fragen wir mal lieber Mama,

45 Jahre: ich frage mich, was Mama darüber denkt,

65 Jahre: wie gerne würde ich jetzt Mama fragen!

Ab August zähle ich selber zu der letzten Gruppe und meine Mutter, die immerhin 92 Jahre geworden ist, würde und müsste ich tatsächlich noch vieles fragen wollen.





Very Important Qyper medal for ubier

ubier Schön!

Hotel und Restaurant Ansitz zum Steinbock - Villandro

Defreggergasse 14, 39040 Villandro

03-10-2011

Den Rheinfall erlebt man bei Schaffhausen, unseren Reinfall erlebten wir im Ansitz zum Steinbock in Villanders.
Nach siebenstündiger Fahrt – wo kamen bloß die vielen Autos her, die in und aus Richtung Süden kilometerlange Staus verursachten – kamen wir ziemlich groggi in Villanders an.
Die Einfahrt zum Parkplatz liegt in einer Kurve – also erst einmal knapp vorbei. (Mit einem andern Auto an der Stoßstange bremst man eben nicht so gerne plötzlich ab.)
Gedreht und Einfahrt gefunden – kein freier Parkplatz – fängt ja schon gut an.
Eine ziemlich unbedarfte junge Frau wollte meinem Mann den Schlüssel für das reservierte Zimmer- trotz Vorlage der Reservierungsbestätigung- nur gegen Vorlage des Ausweises aushändigen. Ich stand natürlich noch mit dem gesamten Gepäck im – am Auto.
Frage nach einem Parkplatz – „da müssen sie eben irgendwo im Dorf parken „– na prima!
Also Auto ausgeladen und am Ende des Dorfes geparkt.
Hilfe beim Gepäcktransport – keine Spur– das wäre gerade hier sehr angebracht gewesen. Da der Eingang vom Parkplatz aus eigentlich der Hintereingang ist – darauf wurde nicht hingewiesen. Wir folgten eben dem Hinweisschild „Eingang“.
Das Zimmer war ganz ok.



Beim Tritt auf den Balkon( keine Abtrennung zum Nachbarzimmer) konnte ich auch gleich die unmittelbare Nähe zur Kirche bewundern!!!
Die Bettausstattung – synthetisch – och nö!
Im Bad schwarze Fugen in der Dusche

– stellten sich glücklicherweise als nicht mehr vorhandene Fugenfüllung heraus und ein Zahnputzglas mit dickem Kalkrand

– nicht gerade vertrauensbildend in Hinblick auf die Sauberkeit.
Geduscht, umgezogen und erwartungsvoll in Richtung Stube marschiert.
Wir hatten – in Anbetracht schlechter Erfahrung – schon bei der Zimmerreservierung ebenfalls einen Tisch reserviert, der auch bestätigt wurde.

Den gab es dann aber anscheinend doch nicht, jedenfalls war die Servicekraft nachdrücklich nicht Willens, die Tischreservierung nachzuprüfen. Als Ausrede bekamen wir lediglich die Information, dass es angefangen hätte zu regnen und alle Gäste von der Terrasse jetzt hereingekommen wären. Wir wurden mit einem Ehepaar, welches schon vor uns nach einem Tisch gefragt hatte, in die untere Stube verwiesen. Ein relativ kleiner Raum, warm und muffig.
Nach und nach kamen dann noch zwei Ehepaare. Eines war wohl auch auf der Durchreise, die beiden anderen Personen waren schon recht betagte Hausgäste.
Auf den Tischen lag ein Blatt mit einem Drei Gänge Menü.


Da kein Preis dabeistand, konnte es sich ja eigentlich nur um die Information für die Halbpensionsgäste handeln und wir beachteten das Blatt nicht weiter.

Wir wollten ja die hochgelobte Küche genießen.
Auf Nachfrage wurde die Weinkarte gereicht und die Servicekraft verschwand wieder. Wir schauten uns fragend an.
Nach einiger Zeit tauchte sie wieder mit Wasserflaschen für die anderen Tische auf und wir fragten nach einer Speisekarte.
„Die liegt auf dem Tisch. Heute haben wir eine Hochzeit und da haben wir uns darauf geeinigt, nur das Menü für die Halbpensionsgäste anzubieten. „
Wie bitte?

Wir konnten lesen, die, die sich geeinigt hatten wohl aber nicht.
Das war ja nun ganz und gar nicht in unserem Sinne und wir wollten dann eben woanders hingehen. Daraus wurde leider nix. Ein ausgewachsenes Gewitter mit Starkregen verhinderte die Flucht. Die Schirme waren im Auto – und das war JWD.
Also in den sauren Apfel gebissen und doch dageblieben.
Wie sauer der Apfel werden sollte, stellte sich dann im Laufe des Abends noch heraus.
Immerhin war man nach längerer Diskussion bereit, mir statt Roastbeef (ich kann so blutiges Fleisch nicht essen) ein Stück Geflügel – in diesem Fall Ente- zu servieren. Die wird ja bekanntlich rosa gebraten gereicht.
Der Gruß aus der Küche – Ziegenfrischkäse und eine Art Kartoffelgratin- kam nach 30 Minuten. Zusammen mit dem Rotwein und der Frage, ob die Flasche geöffnet werden sollte.
Die Vorspeise – sehr wohlschmeckend- erreichte die inzwischen 8 Gäste nach 6o Minuten.
Die Zeit verging.
Da die Türe zum Treppe nie geschlossen wurde, konnte ich und die anderen Damen- komischerweise saßen wir alle mit Blick zur Tür – so unsere Betrachtungen über die männlichen Gäste der Feier anstellen. Gegenüber der Stube ging es anscheinend zu den Toiletten und diese Tür stand auch ständig offen.
In Südtirol gab es offenbar nicht diese EHEC Hysterie.
Jedenfalls war ganz offensichtlich, das sich kaum jemand die Hände gewaschen hatte – fertig angezogen wurde sich nämlich erst beim Herauskommen.
Irgendwann bekam die betagte Dame die Farbe der roten Kissen und wir öffneten zwei der schnuckeligen Fenster. Das hatte zur Folge, dass außer dem Lärm der inzwischen angeheiterten Hochzeitsgäste eine Treppe höher und der Musik aus dem/n Lautsprecher/n auch noch die völlig andere Musik der Hochzeitsfeier mitmischte.
Dann konnte einer der Gäste die Bedienung, die nur sporadisch erschien, dazu überreden, die Türe doch bitte jedes Mal zu schließen.
Nach 1 Stunde 50 Minuten kam die Entenbrust – die war noch so blutig, dass ich auch das Roastbeef hätte nehmen können. Also nur die Ränder gegessen – mein Magen hing inzwischen in den Kniekehlen.
Der Witz aber war, dass meinem Mann auch eine Entenbrust serviert werden sollte. Wir hatten ganz klar nur eine bestellt.
Nach inzwischen 2 Stunden kamen dann tatsächlich die eigentlichen Hauptgerichte.2 Scheiben Rostbeef von der Stärke von 4 Scheiben Aufschnitt-Roastbeef, der lila Kartoffelbrei war dünn aufgespachtelt und das Gemüse bestand aus einem Löffel Rotkohl und 2 Blättchen Rosenkohl.
Dass der Rotwein inzwischen die Temperatur zum Händewärmen hatte, brauche ich wohl nicht extra erwähnen.
Nach 3 Stunden kam dann tatsächlich auch noch das Dessert. Es schmeckte sehr lecker, nur suchte ich die angekündigte Nougatfüllung vergebens.
Wie sauer dieser Apfel war, kann sich wohl inzwischen jeder vorstellen.
Aber der Abend war ja noch nicht zu Ende.
Die alpenländischen Schlager, die eine wohl aus mindestens 2 Personen bestehende Gruppe mit Keyboard und anderen Lärm erzeugenden Gerätschaften von sich gab, dauerten bis 23.10 Uhr. Was ist das denn bloß für ein Lied, wo immer „Gloria“ geschrien wird?
Plötzlich Ruhe. Leider dauerte die nur bis 23.50 Uhr.
Dann hatten die Sänger wohl ausreichend Kamillentee getrunken und konnten den Stern, der, wessen Namen auch immer trägt, vom Himmel holen. Da die Sterne ja ziemlich weit entfernt sind, dauerte das natürlich auch ziemlich lange – noch länger. Weit nach Mitternacht hörte der Lärm dann endlich auf.
Petrus fühlte sich animiert und schickte in zeitlichen Abständen noch 3 Gewitter hinterher.
Irgendwann schlief ich dann doch ein und verpasste glatt den ersten Glockenschlag um 5 Uhr.
Um 6 Uhr jedenfalls war die kurze Nacht für mich endgültig rum.
4 Glockenschläge, 6, dann 13, schluck, 14, schluck ,15.
Alle ¼ Stunde entsprechend – 1, 2,3, 4+7.
1, 2, 3, um 7.45 erst vier Glocken einzeln und nacheinander, dann alle vier 15 Minuten lang. Um 8.30 dann wieder. Wie es weiterging hörte ich unter der Dusche dann nicht mehr.
Meinem Spiegelbild musste ich mich an dem Morgen jedenfalls vorstellen.
Auf dem Frühstücksbuffet gab es um kurz nach 9 Uhr kein Brot mehr. Antwort auf die Nachfrage eines Gastes „Sonntags backt der Bäcker kein Brot“. Das Frühstücksbuffet war an diesem Tag ausgesprochen mager.
Selbst die Bezahlung per Kreditkarte war nicht möglich – wegen des Gewitters.
„ Dann müssen Sie eben bei der Bank Geld holen“ Nein danke, wir hatten genug Bargeld dabei.
Wie hoch sind doch noch die Gebühren bei Abhebung im Ausland bei einer fremden Bank?

LUT Ich denke: das war eine gute Entscheidung ;-)

OX19 Sehr geehrte Anke,
Sie haben sich und dem Hotel einen Bärendienst erwiesen. Selten falle ich so direkt mit der Türe ins Haus. Aber ihre Argumente sind Seifenblasen, die beim Nähern Betrachten platzen. So zB muss ein 900 Jahre altes Haus nicht für fortwährende Qualität bürgen. Ein Michelinstern sagt nicht viel über das, ersatzweise servierte, Halbpensionsessen aus, er verrät vielmehr, dass gehobene Gerichte erwartet werden können. Wie darf ich verstehen, der die Besonderheit liebt? Wohin hat mich die Zeitreise geführt?
Ich finde den Beitrag von Sussann_1 aufrichtig und ehrlich. Und denke mir, dass sie mit einem ebensolchen fundierten Beitrag parieren sollten?
Bis bald
OX19

11-05-2013