Mozartplatz, 5020 Salzburg
Telemach
last updated on 15-06-2008:
Ein Denkmal in Salzburg, das dem “Unbekannten Chaoten” gewidmet ist! Am Mozartplatz!
107 % der Leser glauben jetzt, das ist ein Witz. Isses aber nicht. Lies einfach weiter …
Wie fröhlich und ‘spannend’ war dereinst, 1986, der Wochenendausflug nach Wackersdorf im Bayrischen, um gegen die Wiederaufbereitungsanlage (WAA) zu demonstrieren - wenn einen die Grenzpolizei überhaupt durchgelassen hat.
Am Stahlzaun herrschte buntes Treiben, ein paar Teilnehmer warfen Steine in Richtung Spähpanzer hinterm Zaun, die die Teilnehmer auf Video aufnahmen.
Die paar Mal, die ich dort war, hatte ich den Eindruck einer fröhlichen Bürgerkriegsstimmung. Die dann in Kopfschütteln und ärgeres umschlug, wenn die Polizei Tränengas einsetzte. Wobei die meisten den Schwaden ausweichen konnten, weil man ja im freien Gelände vor dem Zaun stand.
Wir Ösis hatten ja 10 Jahre davor das Kernkraftwerk (KKW) Zwentendorf fertig gebaut und in unserer unnachahmlichen Art am 5.11.1978 mit 50,47 % der Stimmen dafür gestimmt, dass das KKW nie in Betrieb gehen soll. Somit hatten wir die größte Investitionsruine unseres geliebten Österreichs, laut Bundeshymne Land der Berge, Land am Strome - nur dass der Strom eben jetzt aus den ausländischen, d.h. deutschen KKW kommt.
Die WAA Wackersdorf ging übrigens auch nie in Betrieb.
Anti-AKW-Aktivisten ist es dann gelungen, Originalteile des Stahlzaunes zu beschaffen - und die wurden nun in das Denkmal integriert - und seit dem Jahr 2000 kann man es in der etwas versteckten Nische des Mozartplatzes bewundern.
Stolz kann man als Salzburger sein, dass dieses Denkmal ausdrücklich dem “Unbekannten Chaoten” gewidmet ist und wirklich aufgestellt wurde.
(Als “Chaoten” wurden die Demonstranten natürlich von den Freunden aus der CSU bezeichnet)
Das macht uns so schnell keine Kleinstadt nach.
Wenn unser verstrahlter Arm es will
steht sogar der Kernspalt still!
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Herbert-von-Karajan-Platz 1, 5020 Salzburg
Telemach
last updated on 15-06-2008:
Das Pferdebad wurde 1696 errichtet, die Schauwand ist seit damals mit Pferdefresken verziert.
Ich möchte die Aufmerksamkeit des geneigten Lesers auf das Pferd ganz links richten. Es zeigt uns als einziges seine Hinteransicht.
Und ich glaube, dass seit 1696 an der Stelle, an der ‘in naturam’ der Pferdeapfel das Pferd verlässt eine Markierung durchs Volk appliziert wird.
Im Winter durch Werfen eines genau gezielten Schneeballes, im Sommer - seit Erfindung des Kaugummis - durch picken desselben. Vorher ist den Leuten sicher auch was passendes eingefallen.
Jedenfalls kann ich ehrlich versichern, dass - seitdem ich 1967 die Schule quer gegenüber besucht habe und manchmal selbst für das nötige Attribut sorgte - sicher keine 3 Tage vergangen sind (zahlreiche Renovierungen hin oder her), an denen nicht von BürgerInnen diese Stelle markiert wurde.
Über 300 Jahre Volkskunst!
Und da reden wir noch gar nicht von den Pferdehoden, die hier ja auch zu sehen sind.
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