agentberlin's Qype reviews
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Genslerstraße 66, 13055 Berlin
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
agentberlin
wrote on 29 February 2008
Im Mai 1945 als Internierungslager (Speziallager Nr.3) zum Zwecke der Entnazifizierung gegründet, 1946 zum zentralen sowjetischen Untersuchungsgefängnis, bei dem nicht mehr die Inhaftierung im Vordergrund stand, sondern das Erzwingen von Geständnissen, ausgebaut. Zu diesem Zweck wurden 60 unterirdische, karg eingerichtete Zellen durch Häftlinge eines benachbarten Arbeitslagers gebaut, die aufgrund der fehlenden Fenster über kein Tageslicht verfügten und 24 Stunden mit elektrischem Licht beleuchtet wurden. Aus diesem Grund erhielt der Komplex die Bezeichnung „U-Boot“. 1951 übernahm das Ministerium für Staatssicherheit das Gefängnis. Ende der 50er Jahre wurde das „U-Boot“ stillgelegt und ein Neubau mit 102 Haftzellen und 120 Vernehmerzimmern errichtet, welche wiederum dem Zweck des Erzwingens von Geständnisse dienten. Die Häftlinge wurden in diesem Neubau strikt voneinander isoliert und erhielten keine Informationen über ihren Aufenthaltsort oder politische Ereignisse und hatten keinerlei Kontakt zu ihren Angehörigen. Mit der Begründung der Geheimhaltung war selbst den Anwohnern des Stadtbezirkes nicht bekannt, was konkret auf dem Gelände stattfand. Auf Stadtplänen aus dieser Zeit gibt es keine eindeutige Kennzeichnung des Gefängnisses.
Leider laufen heute immer noch Leute herum und tun kund, dass hier ein Staat seine Pflicht tat. Um so wichtiger, dass man sich einen Besuch mal auf die Fahnen schreibt und möglichst junge Leute mitnimmt.

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agentberlin Danke Anette, Gleichsetzen wäre Unfug, glaube ich. Eher denke ich, die DDR Geschichte könnte zu schnell verharmlost werden. In der DDR wurde man, glaube ich, nicht für einen Witz hingerichtet, im 3. Reich oder Russland schon. Aber ins Gefängnis wandern konnte man auch in der DDR dafür ( zumindest in den Vierzigern ). Ein Freund von mir saß wegen versuchter Republiksflucht Mitte der '80 Jahre und es hat ihn zu einem sehr verletzlichen Menschen werden lassen, der er so nicht geworden wäre, wenn er nicht in der DDR gelebt hätte und für sich das Recht in Anspruch genommen hätte, diese verlassen zu wollen. Er wurde dann in den/ an den Westen verkauft !!! Die DDR war sicher nicht so schlimm wie ein Gulak Stalins in der Sowjetunion. Aber dieses Gefängnis war nun mal da und wir können auf Spurensuche gehen und uns ein eigenes Bild davon machen. Für die ehemaligen Insassen war es pure Erniedrigung durch einen allmächtigen Staatsapperat.
2 March 2008
Netty Stimmt - mit der Verharmlosung der DDR-Geschichte, finde ich auch!
Ich war als Kind und Teenager oft in der DDR - in Thüringen und habe zwei Kilometer von Thüringen entfernt, an der Grenze gelebt. Ich mochte die DDR gerne, natürlich nicht das System.
Das mit Deinem Freund tut mir sehr leid (Psychologie - ja klar!).
2 March 2008