I'm karolu from Nuremberg. I've been Qyping since 18-12-2007
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Koch und Kellner - Innenstadt Nord
Obere Seitenstraße 4, 90429 Nürnberg
02-01-2012
Nachdem das Koch und Kellner für uns um die Ecke liegt und das Silvestermenü auf der Homepage schon beim Lesen Appetit machte, entschieden wir uns, den letzten Abend des Jahres 2011 dort zu begehen. Ein kleiner Wermutstropfen im Vorfeld bei der Reservierung war die leidige Diskussion darüber, ob das Menü auch ohne Weinbegleitung zu haben sei, da mein Mann aus Überzeugung Antialkoholiker ist. (Natürlich weiß ich, dass der Komplettpreis für das Menü inkl. korrespondierender Weine kalkuliert ist und in der gehobenen Gastronomie dort die Marge bei Getränken zur Kostendeckung wichtig ist, dennoch vermisse ich häufig in gehobenen Restaurants, nicht nur im Koch und Kellner, ein selbstverständliches Entgegenkommen/eine überlegte Alternative für all jene, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf Alkohol verzichten)
Nun gut, man zeigte sich einverstanden, das Menü ohne Weine zu servieren, auch wenn ich ein Stück weit befürchtete, dass der geringere Umsatz sich am fraglichen Abend auch auf den Service/die Betreuung vor Ort auswirken würde.
Mit gemischten Gefühlen eilten wir demzufolge am Silvesterabend ins Koch und Kellner, da uns beim Reservieren auch mehrfach eingeschärft worden war, pünktlich zu erscheinen, damit das Timing in der Küche stimmen kann (was ich völlig legitim und nachvollziehbar finde).
Dort angekommen, wurden wir äußerst freundlich empfangen und man kümmerte sich um unsere Mäntel, bevor man uns einen Tisch nahe des Eingangs zuwies. Umgehend trafen Wasser, der Aperitif (für meinen Liebsten in alkoholfreier Version) und frisches Brot inkl. eines hausgemachten Aufstriches ein, so dass wir entspannt dem weiteren Abend entgegensehen konnten. Apropos sehen: das Ambiente in Form der Einrichtung, Farbgebung und Dekoration ist sicher einmalig, wenngleich es meinen persönlichen Geschmack nicht ganz trifft und ich denke, dass die bistroartige Atmosphäre (grün und gelb gestrichene bzw. teilweise gekachelte Wände, einfache Holzmöbel), die das Interieur ausstrahlt, der Qualität des Gebotenen aus der Küche nicht ganz adäquat gerecht wird. Aber andererseits fand ich es auch durchaus erfrischend, mal nicht mit dunklem Holz und warmen Rot-, Braun- und Cremetönen umgeben zu sein, und schließlich waren wir hautpsächlich des guten Essens wegen dort.
Um darauf zurückzukommen – das Menü übertraf unsere Erwartungen und war wirklich vorzüglich. Zwei kleine Amuse gueule eröffneten den Genussreigen, und schon die fein abgeschmeckte Wildconsommé mit Gemüse machte Appetit auf den weiteren Verlauf. Das eigentliche Menü begann mit einem wunderbar zart gebeizten Rinderfilet, das von kräftig abgeschmecktem Rindertartar sowie aromatischen getrockneten Tomaten und einem gut korrespondierenden Wein begleitet wurde. Beim Lesen des nächsten Ganges (Wildfanggarnele mit Gurke und Apfel) war insbesondere mein Mann etwas skeptisch, doch das fein säuerliche Apfelpüree passte sehr gut zu den beiden anderen Zutaten und dominierte nicht wie befürchtet mit unpassender Süße. Einzig den dazu gereichten Riesling fand ich nicht sehr passend, da er für mich den Säuren im Essen zu wenig Kontra bot, es blieb für mich jedoch an diesem langen und genussvollen Abend der einzige Wein, der nicht mit dem jeweiligen Gang harmonierte. Der Seeteufel im nächsten Gang war wunderbar fest und wurde durch den kräftigen (und wahnsinnig leckeren) Muskatblütenfond sowie den feinen Blumenkohlschaum (davon hätte ich noch ein bisschen mehr vertragen;-)) sehr aromatisch begleitet, bevor uns anschließend im Hauptgang ein Rehrücken mit Sellerie und Balsamicokirschen begeisterte. Schon beim Schneiden des Rehrückens war klar, dass das herrlich rosa gegarte Fleisch an Zartheit kaum zu übertreffen war, dementsprechend wenig Arbeit hatten unsere Kaumuskeln damit. Und obwohl es in Sachen Sellerie eigentlich nur schwarz oder weiß gibt, konnte sich mein Liebster in diesem Fall ausnahmsweise durchaus mit dem sonst so verhassten Gemüse anfreunden (naja, vielleicht lag es auch daran, dass es sich um wenige überschaubare Würfel handelte…).
Den süßen Abschluss des grandiosen Abends bildete eine fantasiereiche Variation von der Mandarine, begleitet von einer goldgelben, würzigen Beerenauslese in meinem Weinglas. Im Anschluss folgten noch die obligatorischen, aber nichtsdestotrotz sehr leckeren petit fours(u.a. ein Zwetschgengummibärchen) zum Espresso, bevor ich mich satt und zufrieden in meinem Stuhl zurücklehnen konnte.
Für mich etwas überraschend, kam dann noch der neue Koch des Hauses, Fabian Denninger, an die Tische und erkundigte sich (zu Beginn sichtlich nervös) nach unserer Zufriedenheit. Gerne habe ich auch an dieser Stelle das tolle Menü gelobt, dem man anmerkte, dass er bereits in einigen hochdekorierten Häusern Erfahrungen gesammelt hat. Entgegen meiner heimlichen Befürchtung stand der Leistung des Küchenteams der Service an diesem Abend in nichts nach, stets aufmerksam und freundlich kümmerte man sich um unser Wohlergehen und entsprach auch mit großer Selbstverständlichkeit den Getränke-Sonderwünschen (Fruchtsäfte statt Wein, Tee statt Espresso) meiner besseren Hälfte, zudem ohne dass uns dies anschließend in Rechnung gestellt wurde (was vollkommen in Ordnung gewesen wäre).
Fazit: Auch wenn die Diskussion in Sachen Wein im Vorfeld etwas nervte und ich vom Ambiente nicht unbedingt überaus angetan bin, überzeugten mich Küche und Service umso mehr, so dass ich guten Gewissens die vollen fünf Sterne vergebe. Wir hätten den Silvesterabend kaum besser verbringen können als im Koch und Kellner, und es fällt mir schwer mich zu erinnern, wann ich zuletzt so rundum begeistert von einem für mich neuen Restaurant war. Ein großes Lob an das gesamte Team und vielen Dank für den gelungenen Jahresabschluss. Wir freuen uns schon auf unsere weiteren Besuche in 2012!
eleon - Innenstadt Nord
Kleinweidenmühle 5, 90419 Nürnberg
18-12-2011
Obwohl ich gerne Fleisch und Knoblauch esse, bin ich den üblichen griechischen Restaurants gegenüber immer etwas skeptisch eingestellt, da mir meist die Auswahl zu gering und zu einseitig und fleischlastig ist.
Umso mehr freue ich mich, fußläufig das wunderbare eleon erreichen zu können, das mit Vorurteilen gegenüber griechischer Küche gründlich aufräumt und stets einen Besuch wert ist. Dort angekommen (eine Reservierung ist sehr zu empfehlen, da ich den Laden bisher immer nur brechend voll erlebt habe), stehen auf der Wochenkarte wechselnde Gerichte ergänzend zum Angebot der Speisekarte zur Auswahl. Mezedes (der Banause wie ich sagt – sowas wie griechische Tapas) mit alkoholischer Begleitung sind hierbei immer eine gute Wahl, da diese je nach aktuellem Angebot zusammengestellt werden und man daher nie die völlig gleiche Kombination erhält. Man kann jedoch auch ganz normal Vor- Haupt- und Nachspeise aus der Karte wählen, wobei die Auswahl übersichtlich, aber aus meiner Sicht völlig ausreichend ist, da sie sehr viel Abwchslung von Fisch über Käse und Gemüse bis Fleisch beinhaltet. Ferner bietet das eleon eine kleine und feine Auswahl an Weinen und natürlich bekommt, wer ihn mag, auch den unvermeidlichen Ouzo (jedoch nicht aufs Haus, was mir und meiner Anis-Antipathie entgegenkommt).
Das Essen wird mit frischem Weißbrot serviert, und zumindest ich werde von der kleinen Portion Mezedes auch satt. Die Einrichtung ist gemütlich in braunen, erdigen Tönen gehalten, wobei ich die Zweiertische schon etwas eng gestellt finde. Auch die Akustik ist nicht ideal, so dass man sich bei großer Betriebsamkeit in größerer Runde auch nur noch schwer flüssig unterhalten kann. Aber das bringt ein so schönes historisches Haus wohl als Nachteil mit sich.
Denn es ist auch ein besonderes Erlebnis, wenn man über die Pegnitz direkt auf das hell erleuchtete und sehr einladend wirkende eleon in einem wunderschönen Haus in der Kleinweidenmühle zuwandert – zumal wenn man weiß, dass einem im Inneren leckere Speisen und eine auch in der größten Hektik freundliche und zuvorkommende Servicekraft erwartet. An dieser Stelle auch nochmals ein dickes Lob an den Service im eleon, der wirklich auch im größten Stress aufmerksam und nett bleibt und uns im Zweifelsfall so charmant informiert, dass es länger dauern könnte, dass man die Wartezeit gerne in Kauf nimmt.
Insgesamt also ein Daumen hoch für das eleon, das mir die griechische Küche erfolgreich nähergebracht hat.
Burg Nürnberg - Innenstadt
Auf der Burg 13, 90403 Nürnberg
18-12-2011
Als Pflichtprogramm für unseren hohen Besuch sollte natürlich die Nürnberger Burg nicht fehlen. Mein Versuch, vorab im Internet die aktuellen Führungszeiten zu recherchieren, scheiterte an der m.E. unübersichtlichen und wenig aussagekräftigen Webseite der bayerischen Schlösserverwaltung. Dort waren lediglich die Öffnungszeiten angegeben mit dem Hinweis, dass eine Besichtigung nur in Verbindung mit einer Führung möglich sei und die Besichtigung der Kaiserburg ca. 90 min dauere.
So kam es, dass wir, nachdem wir 40 min auf ihren Beginn gewartet hatten, die letzte Führung des Tages um 15:15 Uhr erwischten und unser diensthabender Begleiter von Beginn an erahnen ließ, dass er Wert auf einen pünktlichen Feierabend legt. Kaum in einem Raum der wirklich beeindruckenden Burg angekommen, drängte er uns mit dem Hinweis, dass es „noch viel zu sehen gebe“ schon wieder zum Aufbruch, was wir alle als sehr störend empfanden, zumal der Ausblick auf die Stadt wirklich grandios ist. Die dargebotenen Informationen zu den einzelnen Räumen waren eher oberflächlich und stichpunktartig, was aus meiner Sicht der Bedeutung dieses Gebäudes und seiner Geschichte nicht gerecht wurde und was ich dementsprechend sehr schade fand. Ebensowenig durfte man bei dem durchaus sympathischen Herrn auf fundiertes geschichtliches Wissen hoffen, so dass Nachfragen kaum beantwortet werden konnten. Auch die wohl als Auflockerung gedachten Rätsel zu den vorhandenen Öfen in den Räumen sowie zu den Wandteppichen erwiesen sich bei ihrer Auflösung als eher banal – wohl jeder halbwegs kulturell Interessierte weiß nun einmal nach einigen ähnlichen Führungen, dass früher die Öfen in Herrschaftssitzen über die Dienstbotengänge beheizt wurden und darum keine Türöffnungen etc. an diesen Öfen in den Wohnräumen sichtbar sind.
Mithin war der wohl schönste und nicht ganz so hektische Teil der Führung die abschließende Besichtigung des Brunnens, dessen Tiefe mit einfachen Tricks durchaus eindrucksvoll demonstriert wurde. Insgesamt hat die Führung knapp 45 min gedauert und fiel somit wesentlich kürzer aus als die angegebenen 90 min, wobei zudem unklar ist, ob hier auch der Sinwell-Turm und die Außenstelle des Germanischen Nationalmuseums in die Berechnung der Zeitdauer mit einbezogen werden oder nicht. Das Preissystem und die Angaben hierzu sind für mich uneindeutig und bieten Verbesserungspotential.
Sicher werde ich die Kaiserburg noch desöfteren besuchen und nächstes Mal auch versuchen, an einer früheren Führung teilzunehmen, um herauszufinden, ob das hohe Tempo in unserem Fall nur dem Ende der Öffnungszeit geschuldet war. Da mir und meinen Begleitern diese Hetzerei jedoch den Besuch insgesamt etwas verleidet hat, gibt’s von mir nur drei Sterne und den Tipp, den kostenlosen 5* Ausblick auf die Stadt neben dem Sinwellturm dennoch unbedingt beim Nürnberg-Besuch zu genießen, bevor man sich am Tiergärtnertor mit einem Espresso aus dem Café Wanderer (oder eben Bier vom Wanderer-Bieramt) in die Sonne setzt ;-)
Stadtmuseum Schwabach - Schwabach
Museumstr. 1, 91126 Schwabach
18-12-2011
Als glückliche Gewinnerin einer VAG-Verlosung nahm ich an einer Goldschläger-Vorführung im Schwabacher Stadtmuseum teil.
Speziell für diese Vorführungen verfügt das moderne Museum über eine sogenannte „Goldbox“, die außen mit Original Schwabacher Blattgold überzogen (und mit einer schützenden Lackschicht vor allzu gierigen Besuchern geschützt) wurde und in deren Inneren eine Zuschauertribüne für ca. 40 Personen je nach Programm Ausblick auf das Geschehen auf einer großen Leinwand oder auf das Tun des Goldschlägermeisters in einer liebevoll historisch eingerichteten Goldschlägerwerkstatt bietet.
Unser Führer arbeitet nach wie vor in seinem erlernten Beruf in einem der drei noch in Schwabach verbliebenen Betriebe die Blattgold herstellen, wenngleich er den Wandel vom Handwerk zur industrialisierten Fertigung am eigenen Leib miterlebt hat. In gut einer Stunde gab er uns nicht nur einen guten und ausführlichen Überblick über die Geschichte der Schwabacher Blattgoldproduktion, sondern ergänzte dies auch durch viele praktische Beispiele, die die früheren physischen Anstrengungen dieses Berufes (und somit seiner ersten Berufsjahre) gut vermittelten. Während ich also mit beiden Händen nur mühevoll den 12 kg schweren Hammer an meinen Nachbarn weiterreichen konnte, ließ er diesen mit meisterhafter Präzision auf das sorgfältig verpackte Gold niedersausen, um die gewünschte Dicke zu erreichen, wobei er das zu bearbeitende Päckchen auch noch regelmäßig drehte und wendete und den Hammer von einer in die andere Hand wandern ließ – Respekt! Ergänzend zeigten kurze Filmsequenzen den heutigen Berufsalltag und boten so einen direkten Vergleich der alten und neuen Produktionsweise. Auch wurde das Publikum gut in die Führung mit einbezogen, so konnte man die überraschend vielen besonderen Materialien, die für die Herstellung von Blattgold benötigt werden, „begreifen“ und durfte schließlich sogar noch echtes Blattgold verkosten.
Insgesamt war es ein sehr lehrreicher und kurzweiliger Ausflug nach Schwabach, den man sicher durch eines der speziellen Goldmenüs in einem der örtlichen Wirtshäuser noch hätte abrunden können und worauf auch der abschließende Imagefilm über die Stadt Schwabach Lust machte.
Ebenso machten das äußere Erscheinungsbild des Museums und der Blick in die Ausstellungen, den ich im Vorbeigehen erhaschen konnte, Lust auf weitere Ausflüge nach Schwabach und einen Besuch der ständigen regulären Ausstellungen im Stadtmuseum. Ich war sehr positiv überrascht und kann daher die Goldschläger-Führung im Stadtmuseum Schwabach guten Gewissens weiterempfehlen.
LILITH - Innenstadt
Jacobstraße 21, 90402 Nürnberg
13-12-2011
Lillith ist ein Secondhandladen, bei welchem man sowohl günstig gebrauchte Kleidung kaufen als auch diese dort abliefern kann. Letzteres insbesondere, wenn man wie ich Zweifel daran hat, dass die Klamotten, welche man in die überall verfügbaren Altkleidercontainer wirft, wirklich einem guten Zweck zugeführt und nicht nach Gewicht verscherbelt werden (wer Näheres wissen will, googelt am besten die Altkleiderlüge).
Ein weiterer guter Zweck besteht darin, dass ehemals drogenabhängige Frauen dort die Möglichkeit bekommen, einer geregelten Arbeit nachzugehen und somit den Weg zurück in ein normales Leben zu schaffen.
Beides Gründe für mich, meine abgelegten Kleidungsstücke dort abzugeben und somit auf lokaler Ebene mit minimalem Aufwand Gutes zu tun. Der Laden selbst ist sehr hübsch und einladend eingerichtet, sobald man ihn betritt, eilen die Angestellten schon herbei und bieten Unterstützung an. Meine Frage, ob es für die abgegebene Kleidung bestimmte Voraussetzungen gibt, wurde verneint, dennoch würde ich persönlich dort nicht unbedingt verschlissene oder allzu fleckengeplagte Kleidung dort abgeben, da man ich keine „Ladenhüter“ produzieren möchte. Es war nicht nötig vor Ort zu bleiben bis die Sachen sortiert waren o.ä., sondern mir wurde sehr freundlich für die Spende gedankt und ich konnte meinen Stadtbummel umgehend fortsetzen.
Ich selber bin nicht unbedingt der Typ der in Secondhand-Läden stöbert (auch wenn man sicher mal ein originelles Unikat finden könnte), aber bei Lillith könnte ich durchaus nochmal schwach werden. Anders als andere Läden dieses Typs, die ich in der Vergangenheit besucht habe, herrscht dort keine drangvolle müffelnde Enge, sondern das Warenangebot ist ansprechend sortiert und wird einladend präsentiert. Auch auf die Preise habe ich nicht geachtet, aber ich gehe davon aus, dass diese auch für Menschen mit etwas geringerem Budget ok sind.
Insgesamt also sowohl für Unikatjäger als auch für alle, die nicht wissen wohin mit ihren Altkleidern, eine gute und unterstützenswerte Sache und für das Nürnberger Shoppingangebot sicher ein Gewinn.
Villa Mittermeier - Rothenburg
Vorm Würzburger Tor 9, Im Hotel "Villa Mittermeier", 91541 Rothenburg
23-06-2011
Wir verbrachten den letzten Jahreswechsel in der Villa Mittermeier und hatten uns für ein Essen im Gourmetrestaurant am Silvesterabend entschieden, während wir am Vorabend in der Enoteca speisten.
Getrennt voneinander zu sehen sind das Hotel, die Enoteca und das Gourmetrestaurant, daher versuche ich meinen Beitrag entsprechend zu gliedern.
Die Villa Mittermeier liegt wenige Schritte außerhalb der Stadtmauer und stellt somit einen guten Ausgangspunkt für touristische Aktivitäten dar. Prinzipiell liegt sie an einer etwas stärker befahrenen Straße, allerdings etwas zurückgesetzt, so dass Lärm kein Problem ist. In der Umgebung befinden sich zahlreiche weitere Unterkünfte; durch einen kurzen Fußmarsch erreicht man bei Bedarf auch ein Einkaufszentrum.
Wir wurden freundlich empfangen und die Modalitäten in Sachen parken (Parkplätze sind Mangelware), Abendessen, Zimmer usw. geklärt. Eine erste leichte Enttäuschung kam bei mir auf, als sich herausstellte, dass sich unser Zimmer nicht im Hauptgebäude, sondern im Flachdachanbau befindet, aber ok. Als wir das Zimmer erreichten, wirkte es auf den ersten Blick durchaus gemütlich, auf den zweiten Blick hatte sich dieser Eindruck recht schnell relativiert. An einer Wand blätterte der Putz großflächig ab, außerdem merkte man an diesem kalten Tag, dass es mit der Dichtigkeit der Balkontür auch nicht besonders weit her ist. Der Raum an sich war ziemlich klein, ebenso wie das Bad (eine ähnliche Größe hatte bisher nur unser Hotel in Venedig, wo die Zimmer bekanntermaßen oft winzig sind). 100pro sauber war das Bad ebenfalls nicht, und somit war es unser Glück, dass wir in erster Linie beim Sightseeing unterwegs waren und uns fast nur zum Schlafen im Zimmer aufhielten. Der vorhandene Mini-Fernseher (Röhre) hatte seine besten Tage auch bereits hinter sich, erfüllte aber zur Überbrückung von Wartezeiten seinen Zweck. Eine Minibar im klassischen Sinn suchten wir vergeblich, die Wasserflasche war jedoch im Preis inbegriffen, was ich positiv fand.
Das Frühstück wurde im Gourmetrestaurant serviert und bot eine gute Auswahl, ein besonders Highlight für mich persönlich waren die frischen Waffeln, lecker!
Mag sein, dass die Suiten einen wesentlich höheren Standard aufweisen, aber unser Zimmer war eine wirkliche Enttäuschung und dem Preis (inkl. Jahreswechselzuschlag, versteht sich) sowie einer Vier-Sterne-Klassifizierung in keinster Weise angemessen. Für diese Teilleistung unter Berücksichtigung des Frühstücks daher nur zwei Sterne, da meine Erwartungen (die auch durch den Internetauftritt und die Slideshow dort geweckt wurden) wesentlich unterboten wurden.
Der Abend in der Enoteca war hingegen wirklich schön und gelungen. Das Essen war toll zubereitet und angerichtet, der Service aufmerksam, unaufdringlich und freundlich. Einziges Manko war aufgrund der besonderen Architektur des Raumes, dass die Akustik sehr schwierig war. Während ich die Äußerungen eines Mannes am Tisch nebenan hervorragend verstand, tat ich mich bei meinem Gegenüber wesentlich schwerer. Dennoch war das der überzeugendste Teil unseres Aufenthaltes, für den ich auch fünf Sterne vergebe.
Das festliche Menü am letzten Abend des Jahres sollte der Höhepunkt unseres Aufenthaltes werden, auf den wir uns besonders gefreut haben. Die einzelnen Gänge klangen spannend und sollten einen würdigen Abschluss für ein für uns besonders ereignisreiches Jahr bilden.
Der Abend begann mit einem Stehempfang, zu dem verschiedene Amuse gueule, u.a. Austern, gereicht wurden. Dabei wurde klar, dass an diesem Abend auch viele Stammgäste und Freunde des Hauses anwesend waren, die größtenteils an einer gesonderten Tafel in einem Nebenraum saßen, da das Gourmetrestaurant voll besetzt war. Damit kommen wir auch zu meinem Hauptkritikpunkt, der mir den Abend leider gründlich verleidete:
Ohne Vorwarnung/Anfrage etc. mussten wir, als wir zu unserem Tisch für den Abend geleitet wurden, feststellen, dass wir uns diesen mit einem weiteren Paar zu teilen haben. Beide waren sehr freundlich, so dass phasenweise eine durchaus angeregte Konversation rund um gutes Essen entstand; allerdings war ich über dieses Vorgehen seitens des Restaurants mehr als befremdet. Schließlich hatten mein Mann und ich uns bewusst dafür entschieden, den Silvesterabend in trauter Zweisamkeit bei einem guten Essen verbringen zu wollen, und dazu gehört für mich unbedingt die entsprechende/intime Atmosphäre - noch dazu, wenn man für das Essen an diesem Abend über 300€ ausgibt. Wie zu beobachten war, funktionierte das zwangsweise Beisammensitzen an einem anderen Tisch durchaus, für mich persönlich war es jedoch eine Zumutung - völlig unabhängig von unseren Tischgenossen übrigens, die allerdings über die Situation auch nicht besonders glücklich schienen. Nie hätte ich gedacht, dass man seinen Gästen gegenüber so viel Ignoranz walten lässt und derart auf Gewinnmaximierung bedacht ist, dass man sie in eine derartige Situation zwingt; denn durch die fehlende Information im Voraus hatten wir natürlich auch keine Chance mehr, uns eine Alternative zu suchen. Dieses Manko konnten denn auch weder das hervorragende Essen samt Wein noch der gute Service für mich ausgleichen, die Enttäuschung blieb sowohl bei meinem Mann als auch bei mir bestehen.
Der Vollständigkeit halber schildere ich kurz den weiteren Verlauf des Abends: Nachdem das reguläre Menü (das wirklich handwerklich hervorragend und zudem sehr kreativ und geschmacklich herausragend war) kurz vor Mitternacht beendet war, begaben sich alle Gäste nach draußen, um das hauseigene Feuerwerk zum Jahreswechsel zu betrachten. Hier gab man sich wirklich Mühe und verschoss so einiges an Pulver, ca. 20 Minuten dauerte das Spektakel, bevor es einen Nachmitternachtssnack für die wenigen immer noch hungrigen Gäste gab. Sowohl aus Kapazitätsgründen als auch, weil wir wirklich müde waren, zogen wir uns jedoch gleich nach dem Feuerwerk auf unser Zimmer zurück.
Insgesamt betrachtet kann ich sowohl die Enoteca als auch das Gourmetrestaurant der Villa Mittermeier aufgrund der hervorragenden Küche empfehlen; was die Zimmer betrifft, ist man vermutlich nur dann auf der sicheren Seite, wenn man sich nicht für ein gewöhnliches Doppelzimmer, sondern eine Suite entscheidet - vielleicht ist diese dann auch den durchaus gehobenen Preis wert.
Aufgrund der negativen Erlebnisse, die mir sehr nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind, werde ich die Villa Mittermeier wohl künftig als Übernachtungsgast auf jeden Fall meiden; ob wir dort noch einmal essen gehen, wird sich herausstellen, da das Essen wirklich höchsten Ansprüchen gerecht wurde. Dennoch stellte für mich das Vorgehen, in einem derart gehobenen Restaurant zu fremden Leuten an den Tisch gesetzt zu werden, eine derartige Frechheit dar, dass es dafür zwei Sterne Abzug gibt. Zusammen mit den beiden anderen Teilbereichen - Enoteca und Hotel - führt das für mich unter Berücksichtigung des sehr hohen Preisniveaus, welches ich ebenfalls als nicht durchweg gerechtfertigt ansehe, auch insgesamt zu einer Wertung von drei Sternen für die Villa Mittermeier.
Pizza Verona - Innenstadt Süd
Voltastr. 97, 90459 Nürnberg
19-06-2011
Ein unmittelbarer Eindruck direkt nach dem Genuss
Wir haben an einem Sonntagabend mehr als 1,5 h auf ein Champignonschnitzel und einen Burrito gewartet. Das Essen kam dann heiß an und der Fahrer hat sich mit einer Flasche Cola entschuldigt - ok.
Die Qualität des Essens ließ jedoch mehr als zu wünschen übrig - in meiner Sahnesoße war kein einziger (!) Champignon zu sehen oder zu schmecken, dafür der Fertigsoßencharakter umso mehr. Weder bei bringbutler noch bei lieferando war vermerkt, dass zum Schnitzel Pommes und ein Salat gereicht werden, so dass ich zusätzlich Kroketten bestellt habe, die im Nachhinein somit überflüssig waren - ärgerlich!
Der Burrito hatte von oben betrachtet eher Ähnlichkeit mit einer Lasagne, geschmacklich war er eine wahre Convenience Katastrophe - die Soße bestand dem Geschmack nach aus aufgewärmter TexMex-Fertigsoße und war leider so ungenießbar, dass mein (durch meine Kocherei durchaus abgehärteter) Mann nach kurzer Zeit aufgab und sich dem zweiten Teil meines Essens widmete. Dass der Salat zum Schnitzel ebenfalls nur mit Fertigsoße übergossen war, muss ich vermutlich nicht gesondert erwähnen.
Fazit: Leider ein Reinfall auf ganzer Linie, wenn es nicht den Wahlspruch "der Hunger treibt's nei" gäbe, hätten wir wohl beide komplett gestreikt. Über die italienisch angehauchten Gerichte des Hauses vermag ich nichts zu sagen, aber nach diesem Erlebnis halte ich es für mehr als unwahrscheinlich, dass wir dort nochmal bestellen werden, die Gefahr, dass nur Fertigprodukte zusammengebastelt werden, ist mit persönlich zu groß.
Zwei Sterne gibt es für den vernünftigen Umgang mit der extrem langen Wartezeit und dafür, dass die Portionen wirklich extrem groß waren - wobei mein persönlicher Geschmack eher Qualität als Quantität ist, was sich hier einmal mehr bestätigt hat.
dal Gatto Rosso - Innenstadt Süd
Hintere Markt Strasse 48, 90441 Nürnberg
29-05-2011
Durch einen Groupon-Gutschein wurden wir auf das gatto rosso aufmerksam - ein Glück, denn ohne wären wir vermutlich nicht so schnell dort gelandet.
Schon die Lage des Restaurants inmitten von Wohnhochhäusern ist sehr speziell - der Kontrast des urigen Fachwerkhauses mit den roten Balken lässt es wie ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit wirken. Parken konnten wir am Freitagabend problemlos an der Straße.
Die Begrüßung durch die Dame des Hauses war italienisch-herzlich; meine Befürchtungen, als Gast mit Gutschein schräg angeschaut zu werden, haben sich nicht bestätigt. Stattdessen hat man hier verstanden, das solche Aktionen ein gutes Mittel sind, um neue Kunden auf sich aufmerksam zu machen und für die Zukunft zu gewinnen - prima, hat in unserem Fall gut funktioniert.
Umgehend wurde uns ein Aperitif mit oder ohne Alkohol angeboten, was wir gerne zur Einstimmung auf einen entspannten Abend annahmen. Währenddessen hatten wir Gelegenheit, die gemütliche Atmosphäre des Gastraumes auf uns wirken zu lassen. Das historische Fachwerk wird von roten Stoffen heimelig ergänzt, und die namensgebende rote Katze findet sich vielfach als Dekoartikel wieder. Durch den Gutschein war für uns das achtgängige Jubiläumsmenü (http://www.gatto-rosso.de/?Jubil%E4ums-Men%FC&PHPSESS... - und ja, es war so lecker wie es klingt!) vorgegeben, so dass ich die normale Speisekarte nicht beurteilen kann.
Da wir an diesem Abend leider/zum Glück die einzigen Gäste waren, kam uns die volle Aufmerksamkeit der Hausherrin zu; ebenso wurden die einzelnen Gänge in angemessenem Tempo serviert. Diese waren jeder für sich genommen eine Offenbarung, hier in die Einzelkritik zu gehen würde wirklich den Rahmen sprengen. Dennoch möchte ich erwähnen, dass es weder geschmacklich noch handwerklich Grund zur Klage gab. Die Pasta war auf den Punkt gegart, die Saucen und Beilagen fein abgestimmt und das Angus wunderbar zart und rosa. Zwei kleine Punkte könnte man bemängeln, die jedoch für mich nicht ins Gewicht fielen: statt im geeisten Ananaskörbchen wurde das Sorbet mit Melone im Glas serviert, außerdem war der Kartoffelchipsmantel der Dorade nicht richtig knusprig. Aber beides war für mich unkritisch, da sich das Essen insgesamt auf einem hohen Niveau bewegte und unsere Erwartungen mehr als erfüllte. Außerdem muss man dem Koch zugute halten, dass ich mich an diesem Abend durchaus auch mit dem Fenchelcarpacchio anfreunden konnte - und das will was heißen!
Der Service stand dem Gebotenen auf den Tellern in nichts nach - mit offenkundiger Begeisterung wurde unsere Vorfreude auf den jeweils nächsten Gang durch Signora genährt, der Abstand zwischen den Gängen ließ uns und unseren Mägen auch genug Zeit zur Erholung. Die Präsenz am Tisch war fein ausgewogen - wir fühlten uns nicht unter Dauerbeobachtung, aber auch nicht für Stunden vergessen. Dass die Dame, wenn wir am Futtern waren oder auf den nächsten Gang warteten, beim Gläserpolieren hinter der Theke gut gelaunt die italienischen Songs aus dem Radio mitträllerte, trug für uns positiv zum Gesamteindruck bei. So warmherzig-freundlich, ohne aufgesetzt zu wirken, wird man selten bedient (auch, weil es zum Charakter deutscher Gourmetrestaurants vermutlich nicht so passen würde), daher haben wir es sehr genossen.
Die Größe der einzelnen Gänge fanden wir gut gewählt, selbst ein eher zartes Persönchen wie ich konnte diese schaffen und dabei noch genießen, dennoch wurde auch mein Mann davon gut satt. Der empfohlene Wein harmonierte sehr gut mit den Gängen, für die er vorgesehen war, und ich als passionierter Fleischfan vermisste ob der vorzüglichen Fischvariationen bis zum siebten Gang auch kein Fleisch; dennoch war das Angus ein tadelloser Abschluss der herzhaften Gänge, den ich sehr genossen habe. Zum Dessert wurde uns abweichend vom Menü auch ein Haselnuss-Tiramisu angeboten, für das ich mich schließlich entschied. Während also mein eisliebender Mann sein Grüntee-„Sorbett“(so die charmante Aussprache der Chefin) genoss, schwelgte ich in den feinen Haselnussaromen des hausgemachen Tiramisus. Finito e molto bene!
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir einen wunderbaren Abend mit fantastischer Küche und hervorragendem, warmherzigem Service hatten, den wir sehr genossen haben. Ganz sicher werden wir die rote Katze noch desöfteren besuchen, worauf ich mich schon heute freue. Guten Gewissens können wir das dal gatto rosso auch all jenen weiterempfehlen, die gehobene italienische Küche zum entsprechenden Preis genießen möchten.
Der Vollständigkeit halber füge ich hinzu, dass auch die Toilette sauber und gepflegt war, große Damen könnten jedoch das Problem haben, diese ob der sehr niedrigen Decke nur leicht gebückt aufsuchen zu können, denn selbst für mich mit meinen 1,57m war die Decke schon sehr nahe, was mir extrem selten passiert. Aber dies ist sicher der langen Geschichte des historischen Hauses geschuldet und sollte niemanden vom Besuch abhalten.
Segmüller Polsterfabrik GmbH & Co. KG - Östliche Aussenstadt
Laufamholzstr. 72, 90482 Nürnberg
23-04-2011
Gerade zurück vom Lampenkauf bei Segmüller, muss ich umgehend meiner Begeisterung über die tolle Beratung dort Ausdruck verleihen. Eigentlich waren wir ohne feste Kaufabsicht losgefahren - auch basierend darauf, dass wir uns die letzten paar Lampen für die neue Wohnung notgedrungen ohne Beratung aussuchen mussten - denn sowohl bei Lampada als auch beim Roten Punkt wurden wir während unserer längeren Aufenthalte nicht bedient (beim Roten Punkt wälzten wir in aller Ruhe ausliegende Herstellerkataloge, ohne dabei vom "Service"Personal gestört zu werden - sehr traurig bei deren toller Produktauswahl).
Bei Segmüller hatte ich anfangs Ähnliches vermutet, aber kaum hatten wir uns ratsuchend an einen der bereitstehenden Verkäufer gewandt, waren wir von seiner Fachkompetenz und Ehrlichkeit aufs Angenehmste überrascht. Nachdem er sich ausführlich nach unseren örtlichen Gegebenheiten und den Einsatzzweck der Lampe erkundigt hatte, riet er uns sehr offen zu einem völlig anderen Lampentyp als ursprünglich gedacht, mit der Konsequenz, dass wir letztendlich nicht mit einer Pendelleuchte jenseits der 600€ (was wir dafür durchaus ausgeben wollten), sondern mit einer Deckenleuchte für 100€ das Haus verließen. Darüber hinaus räumte man uns einige Tage Rückgaberecht ein, und während der gesamten Kundenbegegnung hatte ich das unbezahlbare Gefühl, dass es unserem Gegenüber wirklich darum geht, für uns die optimale Lösung zu finden und nicht die teuerste Lampe im Sortiment zu verkaufen. Ich habe selten so eine engagierte Beratung erlebt, die die Bedürfnisse des Kunden in den Mittelpunkt stellt und daraus Empfehlungen ableitet, und kann es immer noch nicht fassen, dass wir einen solchen Verkäufer bei Segmüller und nicht bei einem der o.g. speziellen Lampen- bzw. Designläden gefunden haben. Auch wenn der Umsatz heute geringer als potentiell möglich ausgefallen ist - uns hat der Herr nachhaltig begeistert und wir werden bei den noch ausstehenden Anschaffungen für den neuen Haushalt mit Sicherheit wieder bei Segmüller vorbeischauen. Vielen Dank für diese tolle Osterüberraschung Herr Schweikert!
Freiraum - Innenstadt Nord
Eberhardshofstraße 8a, U1/Gostenhof, 90429 Nürnberg
28-03-2011
Ich war vor einigen Wochen erstmals im Freiraum und werde wohl erstmal noch ein paar andere Friseure in Nürnberg probieren, da ich hier nicht rundum zufrieden war.
Der erste Eindruck war nicht so überwältigend, da das Bellen des hauseigenen Hundes in den Räumen des Salons schon zur Begrüßung ohrenbetäubend widerhallte. Ich wurde von den Mitarbeiterinnen jedoch freundlich empfangen und zu meinem Platz geführt. Betreut wurde ich von Sladjana, die mich soweit ganz gut beraten und die gemeinsam erarbeiteten Vorschläge im Wesentlichen adäquat umgesetzt hat. Positiv fand ich, dass eine Intensivtönung und keine richtige Farbe verwendet wurde, das freut meine im Alltag recht strapazierten Haare.
Zwei Punkte fielen mir jedoch negativ auf - zum einen die überlaute Musik, die erst auf meinen Wunsch hin leiser gedreht wurde. Vielleicht werde ich ja langsam alt, aber beim Friseur möchte ich entspannen und maximal mit dezenter Hintergrundmusik beschallt werden. Und da ich auch in dem Moment die einzige Kundin war, fand ich die ohrenbetäubende Musik auch einfach überflüssig und fehl am Platze. Den Hund, der das den ganzen Tag aushalten muss und bisweilen zum Geräuschpegel beiträgt, kann man da nur bedauern.
Weitaus mehr störte mich jedoch, dass zum "Verwöhn"-Programm keinerlei Kopfmassage gehörte - für mich bisher immer ein Highlight beim Friseurbesuch, das aus meiner Sicht auch Standard sein sollte - insbesondere bei einem Salon der gehobenen Preisklasse wie dem Freiraum.
Den Schnitt und die Farbe fand ich im Großen und Ganzen gelungen und typgerecht, auch wenn die Stufung im vorderen Bereich dann doch ein gutes Stück kürzer ausfiel als im Vorfeld besprochen. Aber da es meinem Mann gut gefallen hat, Schwamm drüber ;-)
Was die Terminvereinbarung anfangs bereits erahnen ließ, bestätigte sich dann beim Abschied - die vielbeworbenen Abendtermine scheinen eher ein Marketinginstrument zu sein, da die Bereitschaft, mir einen solchen für das nächste Mal anzubieten, sich in äußerst überschaubaren Grenzen hielt.
Die Räumlichkeiten an sich haben mir eigentlich gut gefallen, die angenehme Farb- und Lichtgestaltung verbreitet eine sehr angenehme Atmosphäre und ist mal was anderes, nicht so kühl-nüchtern wie in vielen anderen Salons, sondern sehr warm und einladend. Nur muss halt auch der Rest stimmen...
Fazit: Ein durchwachsenes Kundenerlebnis, möglicherweise kehre ich reumütig zurück - möglichweise finde ich aber auch einen Friseursalon, der mich schon beim ersten Anlauf überzeugt und keine zweite Chance braucht.
karolu Sehr geehrter Herr Sebald,
ich finde es gut und lobenswert, dass Sie offen und konstruktiv mit meiner Kritik umgehen und diese für die weitere Verbesserung Ihres Salons nutzen möchten.
Gerne reagiere ich auf Ihre Anmerkungen:
Im Gegensatz zu Ihrer Annahme erwarte ich bei Inanspruchnahme einer Dienstleistung keineswegs eine automatische Maschinerie und schätze die persönliche Note, sofern die Basisansprüche erfüllt sind. Das war bei meinem Besuch leider nicht vollumfänglich der Fall, was ich in meinem Beitrag möglichst objektiv und konstruktiv darstellen wollte. Sicher haben Sie auch bemerkt, dass ich dennoch positive Aspekte gewürdigt habe, schließlich geht es darum, ein ausgewogenes Urteil zu fällen.
Die Lebensumstände Ihres Hundes zu beurteilen steht mir nicht zu, wie seine Anwesenheit mein Kundenerlebnis (leider nicht nur positiv) beeinflusst hat, hingegen schon. Aber es freut mich zu hören, dass er nach Ihrem Bekunden selten im Salon ist und durch Sie ein schönes Leben hat.
Zu den abendlichen Öffnungszeiten - als Berufspendler bin ich auf flexible abendliche Servicezeiten sowohl im Sommer als auch im Winter angewiesen. Daher ist mir mit Abendterminen ausschließlich im Sommer leider nicht wirklich geholfen. Ich würde Ihnen vorschlagen, dies auf der Homepage transparenter zu kommunizieren, um keine falschen Erwartungen zu wecken. Und als Kunde würde ich mich freuen, wenn man mir offen mitteilt, wenn über einen begrenzten Zeitraum ein bestimmtes Dienstleistungsmerkmal vorübergehend nicht angeboten werden kann. Z.B. " Weil XY im Urlaub ist, haben wir bis zum xx.xx. leider keine Abendtermine. Danach bieten wir Ihnen aber gerne wieder einen Termin ab 19.00 Uhr an." Dann kann ich mich als Kunde darauf einstellen und dafür Verständnis aufbringen, besonders wenn es sich um einen überschaubaren Zeitraum handelt. Eine Ablehnung ohne (nachvollziehbare) Begründung sorgt bei einem Kunden immer für mehr Verärgerung als wenn man ihm erklärt, warum etwas nicht möglich ist - das kennt sicher jeder aus eigener Erfahrung.
Und bei der Gewinnung neuer Kunden gilt nunmal wie in vielen anderen Lebensbereichen auch "You never get a second chance to make a first impression".
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und dem Freiraum alles Gute, auch wenn ich mich persönlich zwischenzeitlich für einen anderen Salon entschieden habe.
27 April 2011
thexdude Haha, typisch Deutscher Dialog. Hoffentlich sind nun alle glücklich, der Kunde in seinem anderen Salon und der Salon Freiraum ohne den Kunden. Alles wird gut
22 August 2011
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