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die "Schwarze Petra" - Münster
Aasee, 48151 Münster
01-04-2007
(updated on 08-04-2013)
08.04.2013
Was lange währt …..
Man kann es kaum glauben, aber Petra ist wieder da. Offiziell wiedererkannt durch Zoodirektor Adler und abgesichert durch sichtbare körperliche Besonderheiten und Röntgenaufnahmen. Beide kommunizieren – damals wie heute – durch “spitze Schreie” – sie hat ihn also nicht vergessen, wie sich beim Besuch des Herrn Adler in der Vogelschutzstation in Osnabrück zeigt.
In der Silvesternacht des Jahres 2008/2009 war Petra verschwunden – sicher auch verunsichert durch Schlittschuhläufer und Sivester-Böller auf dem zugefrorenen See. Erstmals hatte man sie nicht ins Zoo-Winterquartier gebracht, sondern am See eine Hütte gebaut – vergebens, denn sie verschwand spurlos, bevor sie dort einziehen konnte.
Am 2. Januar 2009 gab ein junges Paar einen entkräfteten, verletzten und stark fiebernden Schwan bei Walter Herkt ab, der sich schon seit 1963 in der Nähe von Osnabrück um Vögel in Not kümmert. Seine Tochter – eine Tierärztin – versorgte die auch stark untergewichtige Schwanenfrau medizinisch, ebenso wie einen wenige Wochen zuvor eingelieferten schwarzen Schwanenmann. Die beiden freundeten sich an und sind heute ein unzertrennliches Paar. Auch Nachwuchs haben sie – keinen eigenen, aber immerhin. Zwei Schwaneneier legte Wolfgang Herkt ihr ins Nest – und tatsächlich schlüpften zwei Jungschwäne, von denen eines leider vom Marder gerissen wurde.
Übrig blieben die drei, die heute eine unzertrennliche Familie bilden und auch mit ihrem Retter über spitze Schreie kommunizieren – man kennt und man mag sich :)
Die Geschichte von Petra ist damals wohl nicht bis Osnabrück gedrungen, jedenfalls stellte niemand eine Verbindung zwischen Petra und dem Findling her – bis heute.
Herr Adler hätte das Trio gern zurückgeholt in den münsterischen Zoo, was aber von Vogelschützer Herkt kategorisch abgelehnt wird. Und das ist sicher gut so, wie auch Herr Adler zugeben muß. In Osnabrück ist Petra glücklich mit Partner und Ziehsohn, in Münster hatte sie nur ein Tretboot …..
Dieses glückliche Ende der Geschichte wollte ich Euch unbedingt noch erzählen, bevor solche Beiträge vielleicht auf immer in den Geschichtsbüchern von Qype verschwinden ;-))
…………………
15.04.2009
Alles hat ein Ende – jetzt auch die große Liebe oder gar das Leben von Petra – Münsters weltweit bekannter Trauerschwänin ??
Seit dem Jahreswechsel ist Petra verschollen. Angebliche Sichtungen in verschiedenen Ecken Deutschlands entpuppten sich als “Enten”. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, aber kaum jemand gibt noch einen Pfifferling für das Leben des Münsteraner Medienstars. Zuletzt gab die Schwarze Petra zwar immer öfter kleine Gastspiele auf anderen Münsterlandseen, kehrte letztendlich aber immer wieder zum heimatlichen Aasee zurück. Diesmal scheint der Abschied endgültig zu sein, und so wird in vier bis sechs Wochen vermutlich die Auflösung des Freundeskreises Schwarze Petra beschlossen werden.
Zoodirektor Adler beginnt bereits jetzt mit dem Abbau des eigens für Petra geschaffenen Winterhauses im Zoo, und Segelschulbetreiber Overschmidt überlegt, ob er Petras große Liebe, den zuletzt kaum noch vermieteten weißen Tretbootschwan, versteigern soll.
Falls Ihr also Petra besuchen wollt – Fehlanzeige. Ein Besuch am Aasee lohnt sich aber allemal auch weiterhin. Nach einer gut zu bewältigenden Runde um den See, dem Blick auf Segler, Paddler, Tretbootfahrer und viele, viele Wasservögel, vielleicht noch einer Fahrt mit dem Wasserbus „Professor Landois“ (Verbindung von Innenstadt, Freilichtmuseum und Allwetterzoo) warten die neu gebauten Aaseeterrassen auf Besucher. Ein traumhafter Blick auf den See ist Euch gewiss – Bewertungen finden sich hier bei Qype. Ich selber muss da passen, war noch nicht da.
“Guat goan” – bis dann mal in Münster ……

das ist nicht Petra, sondern mein heimischer Trauerschwan vom Göckenteich
……………………
31.03.2008
„Ach wie so trügerisch sind Frauenherzen“ – das musste unser stolzer Plastikschwan schmerzlich erfahren. Die Geschichte ist nämlich noch lange nicht zu Ende. Ein stolzer weißer Schwan hatte im Winterquartier im Zoo Petras Herz erobert. Unzertrennlich waren die beiden, man munkelte schon von Nestbau und Nachwuchs. Und der große Freund dümpelte traurig allein auf dem Wasser, bis es Zoodirektor Adler nicht mehr ansehen konnte. Da die Bootsaison auf dem Aasee begonnen hat, wurde unser stolzes Schwanenboot ganz allein unter trauriger Anteilnahme vieler Zuschauer wieder zum Aasee gebracht.
Alles hatte seine Ordnung, sollte man meinen. Aber mitnichten – Petras Herzallerliebster aus Fleisch und Blut war nämlich bei weitem nicht so treu, wie man es Schwänen gemeinhin nachsagt. Überraschend suchte er im Tiefflug das Weite und trieb sich auf einem Nachbartümpel herum, wo er seine Flirtqualitäten erprobte. War wohl nicht so erfolgreich, denn einige Tage später kehrte er reumütig zurück zur wartenden Geliebten.
Und jetzt – kaum war der Rivale weg, hat auch er das Interesse verloren und seine Liebste verlassen – wie das halt so ist im Leben. Eine völlig verunsicherte Petra drehte traurig ihre Runden, bis sich Herr Adler auch ihrer erbarmte. Petra muss wieder zu ihrem treuen Schwanenboot, das kennt sie, dort fühlt sie sich geborgen. Also macht sich die Prozession wieder auf den Weg. Petra kennt das alles schon, schäkert mit dem Zoodirektor in froher Erwartung. Die Presse ist wie immer dabei, selbst in die Abendnachrichten hat´s unsere kleine schwarze Schwänin mittlerweile geschafft.
Und jetzt dreht sie wieder ihre Runden, gefüttert von den vielen Aaseebesuchern und behütet von ihrem großen Freund. Vielleicht habt ihr ja in diesem Jahr Lust, einen Ausflug nach Münster zum Aasee zu machen. Dann könnt ihr sie Euch anschauen, die hübsche Petra mit dem großen Herzen. Wünschen wir ihr noch viele Jahre glücklicher Zweisamkeit – und warten wir, wie´s weitergeht.
…………………..
19.11.2007
Es gibt Neues von Petra. Eigentlich sollte sie erstmals zusammen mit ihrem geliebten Plastikschwan auf dem Aasee überwintern. Die nicht enden wollenden Bauarbeiten an den Aasee-Terrassen haben diesen Plan zunichte gemacht. Das als Unterkunft vorgesehene Kassenhäuschen wird erst im Februar 2008 fertiggestellt, und so müßte Petra weit ab von ihrem eingelagerten Tretboot ganz allein überwintern – Streß pur für Petra. Anscheinend ist die Liebe immer noch frisch und groß.
Also wieder ab in den Allwetter-Zoo. Diesmal dürfen auch die Pelikane in ihrem Quartier bleiben – Petra bekommt eine Hütte mit großem Fenster auf der Rückseite, damit sie von den Besuchern gut gesehen werden kann. Bezahlt wird die ganze Aktion vom Zoo-Verein. Zoodirektor Adler legt Wert auf die Feststellung, dass das ganze keine PR-Veranstaltung ist, sondern einzig und allein Petras Wohl dient. Im nächsten Jahr können Schwan und Tretboot-Schwan dann gemeinsam im Yachthafen überwintern.
Wer sie sich dennoch anschauen möchte, die seltsam schöne Prozession, kann am 5. Dezember Glück haben – für diesem Tag ist der Umzug geplant. Im Februar nächsten Jahres darf Petra dann gemütlich gen Aasee zurückschwimmen – und glücklich und zufrieden mit ihrem geliebten Plastikschwan leben bis an ihr seeliges Ende.
…………………..
Nachtrag vom 19.05.2007
Ich wollte Euch ein schönes Bild von Petra machen, bin extra früher ausgestiegen und habe einen Abstecher zum Aasee gemacht – leider habe ich sie nicht gesehen. Als Ersatz eine Entenmama mit ihrem Nachwuchs, die das Formationsschwimmen geübt haben. Leider kommt der Aasee auf meinen Fotos nicht so schön rüber, wie er wirklich ist – Sorry. Ich bleibe am Ball und übe weiter.
30.05.07: habe jetzt ein Bild aus einer MDR-Reportage gefunden – hoffe, dass das ok ist.
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April 2007
Berlin hat seinen allerliebsten Knut – Münster hat seine “Schwarze Petra” – und das ist doch eine viel interessantere Geschichte.
Knut ist ein kleines Wunder der Natur und äußerst niedlich anzusehen, “Petra” aber ist schwer verliebt – und in wen ?? “Petra”, die ursprünglich ein “Peter” war , hat sich unsterblich in ein riesengroßes Plastik-Tretboot in Schwanenform verliebt – unglaublich ?? nein tatsächlich wahr !!!
Zur Vorgeschichte: Ende Mai vergangenen Jahres tauchte aus dem Nichts auf dem Aasee in Münster ein junger schwarzer Trauerschwan auf, der auffällig um ein Tretboot in Schwanenform herumscharwenzelte, und sich durch nicht davon abbringen ließ. Bald wurde er der “Schwarze Peter” genannt und entwickelte sich zu einer Attraktion auf dem Aasee. Viele Besucher kamen, nur um “Peter” zu sehen und seine Liebe und sein Werben um die stumme Angebetete zu beobachten.
Zum Winter mußte eine Lösung gefunden werden. Die Boote mußten ins Winterquartier – was sollte mit “Peter” geschehen. Der Bootsbesitzer hatte da “Peter” schon so ins Herz geschlossen, dass zusamen mit Zoodirektor Jörg Adler eine mächtig unkonventionelle Lösung gefunden wurde. Plastikboot und Trauerschwan sollten zusammen ins Winterquartier im Zoo. Gesagt, getan – mit Riesenaufwand und viel Presserummel folgte “Peter” seiner Angebeteten auf der Reise in den Zoo – ließ sich durch nichts ablenken oder beirren, auch wenn seine stumme Geliebte ihn keines Blickes würdigte.
Im Zoo wurde dann auch die wahre Identität von “Peter” geklärt. Da wegen einer Fußverletzung einige Untersuchungen anstanden, wurde auch ein Gentest gemacht – und siehe da – “Peter” war eine “Petra”. Im Grunde änderte das ja nichts, nur konnte man jetzt ganz gezielt an´s Verkuppeln gehen. Leider hat´s mit den jungen Trauerschwänen, die für Petra aufgeboten wurden, nicht geklappt – sie bleibt ihrem Tretboot treu. Für Trauerschwäne ist lebenslange Monogamie nichts ungewöhnliches, und so wird “Petra” wohl auch weiterhin mit ihrer platonischen Liebe zusammenbleiben.
In der letzten Woche sind beide jedenfalls mit viel Presserummel und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wieder auf den Aasee gezogen, wo sie ihre verliebten Runden drehen. Die LBS soll sogar ein eigenes Häuschen für “Petra” gesponsert haben, in dem sie geschützt die Nächte mitten auf dem See neben ihrem Tretboot verbringen kann.
Also wenn Ihr wahre Liebe sehen wollt, kommt nach Münster zum Aasee – der übrigens auch unabhängig von der “Schwarzen Petra” eine Reise – vielleicht eher noch eine Radtour wert ist. Denn Münster ist ja ganz nebenbei auch noch eine Stadt der Radfahrer – und das Münsterland berühmt für seine wunderschönen Radtour-Routen.
Ronja114 Die Geschichte dieses Schwans verfolge ich seit Jahren !
Deshalb möchte ich sie auch in meinem Guide
http://www.qype.com/lists/763168-Erlebnisse-mit-freileben…
einbeziehen … :)
30 April 2013
Landhaus Penz - Schöppingen
Vechtestraße 24, Eggerode, 48624 Schöppingen
20-03-2013
Aber - aufgepasst - Denis Penz übernimmt demnächst das "Prachtstück" in Altenberge - etwas verkehrsgünstiger gelegen als Eggerode. Ein Restaurant, das rein äußerlich seinem Namen schon immer alle Ehre gemacht hat, und sehr idyllisch gelegen ist. Leider hat die Betreibergesellschaft vor etwa einem Jahr Insolvenz anmelden müssen, und seitdem hat man sich um einen neuen Pächter bemüht. Es wäre zu schade um das hübsche Gebäude gewesen, wenn sich niemand gefunden hätte.
Nun also Prachtstück zum zweiten unter Leitung von Familie Penz.
PS: vielleicht sollte man diesen Platz noch ein wenig geöffnet lassen, um schon mal in Vorfreude auf kulinarische Genüsse in Altenberge schwelgen zu können. Ach ja - Sterne muß ich auch vergeben. Gegessen habe ich noch nicht in Eggerode, aber die Bereitschaft, in Altenberge zu investieren muß belohnt werden, daher 4 Sternchen als Vorschuss ....
meme @Peter – am Montag hat Familie Penz sich neben zwei Bewerbern aus Altenberge und Düsseldorf im Rat vorgestellt und das Rennen gemacht. In ca. 2 Wochen, also Anfang April soll eröffnet werden.
Diese Informationen habe ich aus den WN von gestern. Bin mal gespannt, nach ALtenberge kommen wir öfter mal, nach Eggerode eher selten.
21 March 2013
peter-3 Danke für die Rückmeldung meme ich halte das im Auge und werde es mal testen, ich bin gespannt.
21 March 2013
Herzogin Anna Amalia Bibliothek - Weimar
Platz der Demokratie 1, 99423 Weimar
22-02-2013
Ich sah sie von außen bei meinem ersten Besuch in Weimar vor vielen Jahren, kurz vor dem großen Brand. Und genau wie Goethes Gartenhaus wollte ich sie unbedingt von innen anschauen, was damals aus Zeitgründen nicht möglich war. Leider hat es aber wie bei Goethes Gartenhaus, das fast unmittelbar vor meinen Augen seine Tore schloss, auch hier diesmal nicht geklappt.
Relativ früh am Morgen war ich vor der Bibliothek, da ich am Abend zuvor die Ankündigung des begrenzten Kartenkontingents für Spontanbesucher gelesen hatte. Und was soll ich sagen – wieder Pech gehabt, die Anna Amalia Bibliothek hatte ihr Kontingent ausgeschöpft.
da hatten wohl noch mehr Besucher Pech …
Aber – da ist ja hinter dem Foyer noch der Renaissancesaal, in den man kostenlos eintreten und ganz besondere Büchlein bestaunen kann. Aktuell noch bis zum 10. März 2013 sind "Galilei, Gothe und Co. - Freundschaftsbücher der Anna Amalia Bibliothek" das Thema – auch bekannt als Stammbücher oder moderner als Poesiealben. Wobei Stammbuch nicht mit dem Familiendokument, das wir alle kennen, zu verwechseln ist. Aber am besten lest Ihr selbst – die Ausstellung ist auf dieser Website wunderbar ausführlich erklärt. Ich hoffe, dass der Text auch nach Ende der Ausstellung abrufbar bleibt.
interessant und kostenlos ....
Optisch und inhaltlich wunderschöne und interessante Bücher aus 4 Jahrhunderten – von 1550 bis 1950 – sind nach Themen, Motiven, Schriften etc. in Vitrinen ausgestellt. Auf der Ausstellungswebsite findet Ihr unter "Vitrinen" jede Vitrine und ihr Thema ausführlich beschrieben und beispielhaft bebildert. Zur Vorbereitung des Ausstellungsbesuches ist diese Website sehr hilfreich – schade, dass ich sie nicht vorher gesehen habe.
nur ein Beispiel für frühere Kontaktpflege ...
Ganz hinten im Saal steht ein Modell der Schickardschen Rechenmaschine, die Wilhelm Schickard am 25. Februar 1624 in einem Brief an Johannes Kepler erklärt und mit einer kleinen Federzeichnung dokumentiert hatte. Ein schon halb fertiges Modell war wohl einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen. Erst 1957 gelang es, die Unterlagen und Zeichnungen zu verstehen und ein Modell zu konstruieren, das 1960 vorgestellt wurde. In einem abrufbaren Film wird die Funktion erklärt – sehr interessant.
Neben bekannten Namen von Luther über Galilei bis Goethe, vielen Personen von Rang und Adel finden sich auch unbekannte Namen in den Vitrinen – z.B. das Poesiealbum der Ingrid … zum Thema "Spiegel der Gesellschaft".
Ich fand die Ausstellung hochinteressant, sie hat mich absolut entschädigt für den entgangenen Prunk im Rokokosaal. Dafür habe ich mir gerade Fotos auf der Museumswebsite angeschaut – ist schon schön. Da hat Lesen doch noch richtig Spaß gemacht ;-) Ich kann aber absolut verstehen, dass man die Besucherzahl begrenzt. Ca. 70 Einzeltickets werden zu den vorab gebuchten täglich bereitgestellt, bis zu 4 Karten je Person ab 9:30 Uhr im Foyer der Bibliothek ausgegeben. Wenn man ganz sicher gehen will, ist in jedem Fall eine vorherige Anmeldung zu empfehlen.
Und wenn’s nicht klappt – nicht traurig sein. Die kostenlosen Ausstellungen sind – zumindest kann ich das für die derzeitige sagen – allemal einen Besuch wert. Und sie sind vielleicht sogar informativer als die – zugegeben sehr prunkvolle – Ansammlung von alten Büchern, die man nur aus der Ferne anschauen darf ;-)
Trotzdem – irgendwann muss ich doch noch rein in Goethes Gartenhaus und die Anna Amalia Bibliothek. Gut, dass Weimar nicht aus der Welt ist ….
Acarte Hotel - Weimar
Marcel-Paul-Str. 48d, 99427 Weimar
15-02-2013
Ich kann teenbeen gut verstehen, in diesem Fall würde ich auch kein zweites Mal buchen.
Aber ......
Wir haben sowohl mit HRS, wie auch dem Hotel Acarte nur gute Erfahrungen gemacht, und nur von denen kann ich berichten. Eigentlich als Geschäftsreise geplant, habe ich mich kurz entschlossen drangehängt und somit auch die Übernachtungsplanung übernommen.
Ganz problemlos wie immer bei HRS schnell gefunden, annehmbarer Preis und gute Fotos – und ebenso wie immer problemloser Rücktritt ohne Kosten bei Anreise bis 18 Uhr (alternativ ein Anruf, dass man später kommt). Knapp geschafft und schnell eingecheckt, weil ja noch der Park an der Ilm auf uns wartete ;-)
Keine Luxusherberge aber ein sehr sauberes und gepflegtes Zimmer erwartete uns. Zurückhaltend modern und zweckmäßig möbliert, Wohlfühlatmosphäre inklusive. Da wir abends den neuen Spreewaldkrimi nicht verpassen wollten, andererseits die Kabel wenig vertrauenerweckend hinter dem Wandmonitor hervorlugten, starteten wir vor anderen Aktivitäten erst mal einen Fernseh-Probelauf. Oh weh – an : aus : an : aus – da hatte aber ein mächtiger Wackelkontakt das Gerät im Griff.
Also auf dem Weg nach draußen im Erdgeschoss bei den freundlichen jungen Damen vom Service reingeschaut und reklamiert. Ja wir kümmern uns, notfalls schalten wir das Gerät einfach ab. Wie war das – den Stecker ziehen ?? - das können wir auch allein !! Wir wollen Spreewald live, also bitte notfalls einen anderen Monitor installieren. Und tatsächlich – bei unserer Rückkehr empfing uns ein funktionierender Fernseher mit ordentlich aufgewickeltem Kabel versteckt hinter dem Gerät – geht doch ;-))
Dem Vergnügen stand also nichts mehr im Wege – Fernsehen im Bett, ganz ungewohnter Luxus. Noch dazu war das Bett von wirklich guter Qualität, die Bettwäsche weich und angenehm. Nach spannenden Krimiminuten stand also dem erholsamen Schlaf nichts mehr im Wege. Außer vielleicht …. nun ja, die Stadt Weimar (denke ich mal) ist nicht ganz unschuldig daran, dass geräuschempfindliche Gemüter an dieser Straßenseite vielleicht Probleme haben könnten. Direkt vor unserer Hotelseite verläuft hinter einem vorgelagerten Parkplatz die Marcel-Paul-Straße, die eigentlich gut ausgebaut und überteert ist. Das Stück direkt vor dem Hotelkomplex wurde allerdings ausgespart, dort ist noch die ursprüngliche Straßenpflasterung erhalten. Wenn ein Fahrzeug von der geräuschabsorbierenden Teerstraße auf die Pflastersteine fährt, gibt es eine dröhnende Geräuschfahne. Mich hat das nicht gestört, ich kann bei geschlossenem Fenster schlafen – empfindliche Gemüter sollten eine andere Gebäudeseite wählen. Und die Stadt Weimar sollte überlegen, ob man das nicht abstellen kann, dieser kleine Straßenrest sollte doch wohl noch kostengünstig zu teeren sein ?!
Das Bad zum Zimmer für die Dusche am Morgen entsprach gängigem Standard, kein Luxus, aber völlig ausreichend.
Kommen wir zum Frühstück, über das ich ebenfalls nur Gutes berichten kann. Obwohl der ansprechende Frühstücksraum gut gefüllt war, gab es von allem reichlich. Ich brauche nur Brötchen (lecker und auch in verschiedenen Körnervarianten auf dem Buffet), Käse und Marmelade. Aber auch Fleischliches in reicher Auswahl, irgendwas Warmes, diverse Müsli, Quark- und Joghurtspeisen sowie Obst waren im Angebot - Saft, Tee sowieso und Kaffee wurde problemlos nachgereicht, als die Kanne leer war. Für uns wurden sogar Eier frisch gekocht – ein netter Zug. Positiv auch, dass überwiegend keine Wegwerfverpackungen im Einsatz sind – Butter und Marmelade sind portioniert, bzw. kann man selber portionieren.
Ein Wort zum Preis – 69 Euro für 2 Personen im Doppelzimmer mit Frühstück – da kann man doch wirklich nicht meckern (Standardzimmer). Es gibt auch noch Komfort-, Premium-, Business- und Familienzimmer sowie eine Hotelbar. Ein Restaurant gibt es nicht, nur das Frühstücksangebot und für Tagungen etc. einen Cateringservice. Interessant vielleicht auch der kostenlose WLan Zugang, kostenlose Gespräche ins deutsche Festnetz und kostenlose Parkplätze direkt am Haus.
Ich habe mich nach dem stärkenden Frühstück dann auf den Weg gemacht, Weimar zu erkunden. Wenige Meter vom Hotel entfernt ist eine Bushaltestelle, von der man jederzeit schnell ins Zentrum von Weimar gelangt.
5 Sterne für einen angenehmen Aufenthalt und guten erholsamen Schlaf – nicht zu verwechseln mit einem 5-Sterne-Hotel ;-))
Philipp Elph Preislich und wegen der Stornierungsmöglichkeit ist HRS für uns auch meist die beste Möglichkeit, Übernachtungen zu buchen.
15 February 2013
Goethe-Hafis-Denkmal - Weimar
Beethovenplatz, Weimar
07-02-2013
Zum Monument an sich hat iNord alles Wesentliche geschrieben, weitere Informationen zum persischen Dichter Hafis (Hafiz – einer, der den Koran auswendig kennt) findet Ihr bei Interesse in diesem Wikipedia-Artikel
Hafis hat nicht nur Goethe beeindruckt und inspiriert, viel mehr noch hat der deutsche Dichter Friedrich Rückert sich mit dem Werk des Hafis auseinandergesetzt, zumal er die Texte in der Originalsprache persisch lesen konnte. Schrieb Goethe den "West-östlichen Diwan", der die gesamte orientalische Dichtung im Blick hatte, setzte sich Rückert mit den "Oestlichen Rosen" mehr mit der Person des Hafis auseinander - aber lest selbst z.B. bei Wikipedia.
Mich hat das Denkmal eher als Ausdruck des Dialogs beeindruckt. Besser kann man es meiner Ansicht nach gar nicht darstellen. Zwei Stühle sich gegenüberstehend – zum Dialog bereit, wenn sich öffnende Menschen sich darauf niederlassen. Die Stühle sind aus einem Block gesägt, stellt man sie wieder übereinander ist der Block komplett.
Die Stühle sind in west-ost – ost-west Achse auf einem Bronzeteppich ausgerichtet. An den Stirnseiten sind Verse aus dem "West-östlichen Diwan" eingraviert, die Johannes Rau (damals Bundespräsident unseres Landes) ausgesucht hat.
"Wer sich selbst und andere kennt - wird auch hier erkennen – Orient und Okzident - sind nicht mehr zu trennen"
"Herrlich ist der Orient – übers Mittelmeer gedrungen – nur wer Hafis liebt und kennt – weiß was Calderon gesungen"
Das Zentrum des Teppichs zieren kunstvoll in persischer Kalligrafie gestaltete Verse aus dem Buch Hafis, die durch Mohammad Chātami (damals iranischer Staatspräsident) ausgewählt wurden.
"Deiner Liebe widmeten wir uns ein Leben lang,
der Heuchelei vor den Menschen abgeschworen.
Auf dem Wege der Erkenntnis,
die Schule und ihre Streitereien aufgegeben,
verloren für die zauberhaften Augen das Leben,
für das dunkle Haar das herz gegeben.
In der Hoffnung auf einen Wink,
schauten auf deine Augenbraue ein ganzes Leben,
eroberten das Land der Ruhe nicht mit der Armee,
bestiegen den Thron der Herrschaft nicht mit Gewalt,
glaubten an den Zauber des Liebäugelns;
wussten doch nicht, welcher Magie die Geliebte fähig ist.
Ohne den halt ihres wilden Haares,
senkten den schwermutigen Kopf wie ein Veilchen,
wie die Mondbetrachter in der Ecke der Hoffnung,
richteten die Blicke auf dein Erscheinen.
Wo ist dein verlorenes Herz, Hafis, fragst du mich,
in deinen Locken versteckt, antworte ich."
Im Jahr 2000 wurde das von Fabian Rabsch und Ernst Thevis gestaltete Denkmal anlässlich des Internationalen Jahres des Dialogs der Kulturen eingeweiht.
Für mich ist es unabhängig von Goethe, Hafis, Rückert ein Platz, der zum Nachdenken anregt. Zum Nachdenken über Dialog und Verständnis, über Kultur und Religion – über eine Erde aus ganz verschiedenen Puzzleteilen, die nur zusammen das große Ganze ergeben, dass diese Erde für alle lebenswert macht.
Denk mal (nach) – dieses Monument ist für mich ein besonders gelungenes Beispiel dafür.
DerGeduldmanager Solche Beiträge bereichern unsere Kultur und stimulieren das (positive) Wertebewußtsein. LG
14 February 2013
Besitos in der Löwenapotheke - Rheine
Marktstr. 2 - 4, Apothekenmuseum, 48431 Rheine
31-01-2013
Das Vorbereitungsteam hat sich diesmal für spanische Küche in Form von Tapas und somit das "Besitos" in Rheine entschieden. Nervig ist jedes Mal die Frühauswahl per gemailter Speisekarte – was weiß denn ich, auf was ich 6 oder 8 Wochen später Appetit habe.
Diesmal ist die Speisekarte besonders kompliziert – Tapas, Cremas, Tapas-Menüs – ich habe keinen blassen Schimmer, was ich da wählen soll. Außerdem sind überwiegend Fleisch und Fisch oder andere Meeresfrüchte verarbeitet, fällt also schon mal weg. Und man muss seine Tapas/Cremas und was weiß ich Auswahl gut im Kopf behalten, damit es dann auch reibungslos klappt mit der Verteilung am Tisch – ich empfehle meinen Kollegen eine Erinnerungsliste.
Selber entscheide ich mich vorsichtshalber für den "Ensalada mixta" mit Manchego Käse. Salat – da kann man nix falsch machen, und merken kann ich mir das auch ;-)
Der Abend kommt – ein wirklich klasse gestaltetes Restaurant empfängt uns. Wohlig warm und gemütlich, stilvoll und hübsch möbliert und schönfarbig gestaltet, freundlich werden wir empfangen. Platz nehmen – aber nein – durch ein historisch anmutendes Treppenhaus geht es erst mal eine Etage nach oben, wo wir dann im Apothekenmuseum platziert werden. Dazu muss man wissen, dass das Besitos in den Räumen der ehemaligen Löwen-Apotheke eingerichtet wurde, eine der ältesten und bedeutendsten Apotheken im Münsterland (siehe auch hier)
Super – wir sind ganz unter uns, und können uns vom Speisen bis zum "Wichteln" ungestört austoben. Der Raum ist wirklich schön, eine lange Tafel mit antiken Möbeln, an der wir alle Platz finden, erleichtert die Kommunikation. Direkt nebenan befinden sich sanitäre Einrichtungen, so dass wir auch dafür nicht nach unten ins Restaurant müssen.
Zu den Speisen – wie ich es mir schon ausgemalt hatte - Schwerarbeit für die fleißigen und freundlichen jungen Damen, alle Tapas richtig zuzuordnen. Und einige Esser haben natürlich auch nicht mehr genau im Kopf, was sie da alles bestellt haben. Es dauert also seine Zeit, bis jeder seine Schälchen und Tellerchen komplett vor sich stehen hat, sieht aber alles sehr gut aus. Und es schmeckt so gut wie es aussieht, wie ich zwischen zwei Bissen von meinen Tischnachbarn höre.
Mein Salat dagegen ist eher eine Enttäuschung. Viel grünes und buntes Blattwerk dekorativ angerichtet in einer Schale aus Teig. Der Manchego Käse liegt in dreieckige Scheiben geschnitten daneben, zusätzlich gibt es ein Schälchen mit leckeren Oliven. Das Dressing – nun ja, da habe ich wohl versäumt, bei der Vorbestellung eines auszuwählen. Eigentlich hatte ich auch gedacht, dass man das vor Ort noch nachfragen würde – tat man nicht, und ich war nicht schnell genug. Also bekomme ich ein Öl-/Essig-Dressing nach Art des Hauses (vermutlich). Genau weiß ich das nicht, denn es war gut versteckt ;-) – ich hätte mir mehr davon gewünscht.
Auf jeden Fall hatte ich viel zu kauen, meine Kollegen waren überwiegend schon beim leckeren Nachtisch (eine Creme mit fein gesponnenen Karamellfäden gekrönt), als ich noch an meinen Blättern kaute. Der Manchego Käse schmeckte ausgesprochen gut, war nur viel zu schnell gegessen. Und noch etwas war spitze – man mag es kaum glauben, aber die essbare Salatschüssel hat mich wieder versöhnt. Weil ich tatsächlich noch Hunger hatte, habe ich ein bisschen geknabbert am Rand – und – es schmeckte, es schmeckte sogar so gut, dass ich die ganze Schale vertilgt habe. Ich wollte noch in Erfahrung bringen, aus was für einem Teig man sie gebacken hat, bekam aber keine rechte Auskunft. Nur, dass die Schale geschmacklich die Gästeschar spaltet, konnte ich in Erfahrung bringen – die einen lieben sie, die anderen lassen sie als Abfall auf dem Teller. Auf jeden Fall schien mir der Teig in Fett ausgebacken, Mutzen ähnlich, nur anders gewürzt ?!
Fazit: wir haben einen schönen Abend dort im Museum verbracht, ich würde aber auch das Restaurant unten empfehlen wollen, weil es wirklich stimmungsvoll eingerichtet ist. Ordern würde ich dann allerdings etwas anderes, vegetarische Tapas aus Kartoffeln etwa, die sahen sehr gut aus. Und natürlich gibt es auch Hauptspeisen – z.B. Fleischgerichte – oder Paellapfannen, bei denen man sich nicht so viele Einzelposten merken muss ;-)
Auch wenn ich wohl kein Liebhaber der spanischen Küche werde, ich würde mitkommen, wenn es nächstes Jahr wieder heißt - es wird Weihnachten, wo gehen wir hin ….. – zum Spanier vielleicht ??
Park an der Ilm - Weimar
99425 Weimar
23-01-2013
diesen spiegelnden Würfel finden wir kurz vor dem Eingang zum Park
Trotzdem "schaffen" wir nur einen kleinen Teil des Geländes, bis uns Hunger und Dunkelheit wieder in die "Zivilisation" treiben.
Impressionen am ....
und im Wasser
Ein im wahrsten Sinne des Wortes wundervoller Park, teilweise recht "wildes" Terrain, wie ich finde - eine grüne Lunge für das malerisch schöne Weimar.
immer wieder Wasser ...
diese majestätische Brücke führt zum Stadtschloß
die Herzogin Anna Amalia Bibliothek von hinten (bin mir aber nicht ganz sicher)
Einer der letzten warmen Herbsttage hat noch mal viele vor allem junge Menschen in den Park getrieben.
Auf Wiesen und Plätzen, in versteckten Winkeln und Ecken haben sie sich versammelt - Fahrräder achtlos an die Seite geworfen, auf Bänken und Boden sitzend, auf dem Rasen liegend – lesend, diskutierend, picknickend. Hunde freuen sich über Auslauf und Gesellschaft. Auch kulturbeflissene junge Menschen treffen wir, die genau wie wir über Bauwerkfragmente im Park rätseln.
echte Ruinen .........
oder gefakte Trümmer - das ist hier die Frage ??
hübsch anzusehen - Funktion unbekannt
Ein grauer Wolf – oder ist es nur ein wild aussehender Schmusehund – der seinem fahrradfahrenden Frauchen müde hinterher trottet, jagt uns einen gehörigen Schrecken ein. Bedrohlich nimmt er Trab auf und läuft direkt auf uns zu, als Frauchen für einen kleinen Plausch vom Fahrrad steigt. Und dann ….. läuft er einfach zwischen uns hindurch, ohne überhaupt Notiz von uns zu nehmen – der Plausch ging ihm wohl gegen den Strich ;-))
so ein Gartenhaus könnte mir auch gefallen ....
Direkt vor Goethes Gartenhaus war das – einziges festes Ziel unserer Parktour. Ich will es unbedingt mal von innen sehen, seit ich vor etlichen Jahren bei einer Stippvisite in Weimar dieses äußerlich vertraute Gebäude aus der Ferne inmitten des Parks erblickte. Zu spät – seit 10 Minuten geschlossen, neue Öffnung erst übermorgen !! Aber dann sind wir schon wieder weg – schade. Da muss es wohl doch noch einen weiteren Weimar Besuch geben. Dieses Mal habe ich mich nur an eine Dienstreise "drangehängt", zu kurz für die vielen Impressionen, die Weimar bietet.
Wir streifen also weiter durch den Park, finden Höhlen und Ruinen, um dann an der "Ackerwand" wieder ins städtische Leben einzutauchen, bevor die Parkvegetation im Dunkel versinkt.
Wie schön mag dieser Park an einem sonnigen Frühlingstag wohl sein ?!
ein letzter Blick zurück – links der Weg in den Park, geradeaus das Thüringische Hauptstaatsarchiv
jurgenehre Schöner Beitrag! Immer wieder greifen Künstler zu Spiegeln!..das ist effektvoll; nichts geht von der Natur verloren!!lach
17 February 2013
Haus Veltrup Inh. Kurt Veltrup - Laer
Hohe Str. 2, 48366 Laer
31-12-2012
Vergeßt die "etwas unfreundliche Bedienung/Inhaberin?" aus dem ersten Beitrag. Im Oktober 2008 hat die Restaurantleitung gewechselt. Die "Macato Gastro GmbH" lenkt jetzt die Geschicke des Hauses, und das scheint in jeder Hinsicht ein Gewinn zu sein (vorher kannte ich das Haus Veltrup nicht). Macato also - Marion Frenker als Barchefin, Carsten Reiling der Herr über Töpfe und Pfannen und Tobias Frenker der Restaurantleiter zeichnen als Geschäftsführer und bilden mit ihrem Team eine Supermannschaft, in der Freundlichkeit und Service riesengroß geschrieben wird.
Für den 1. Weihnachtstag, an dem gleichzeitig ein 91. Geburtstag gebührend begangen werden sollte, suchte ich ein verkehrsgünstig gelegenes Restaurant für unsere achtköpfige Runde. Gar nicht so einfach an einem solchen Tag, auch Gastronomen wollen schließlich Weihnachten feiern. In Laer hatte ich trotzdem Glück, für 12 Uhr mittags wurde ein Tisch reserviert, verschiedene Weihnachtsmenüs angekündigt, und auch die nachgefragten vegetarischen Gerichte seien kein Problem.
Voller Vorfreude fanden wir das äußerlich ganz unspektakulär westfälisch anmutende "Kneipengebäude" direkt an der Hauptdurchfahrtsstraße schnell. Aber schon die stilvoll dekorierten Fenster versprachen Besonderes. Und das fanden wir dann auch - ein großzügig gestalteter Innenraum mit stilsicher ausgewählten dezent weihnachtlichen Dekorationen. Dunkle Hölzer – besonders gefallen hat mir da die lange aufwändig gearbeitete Anrichte zwischen Garderobe und Bierstube - dominieren die Einrichtung, freundlich sonnige Farben bilden das Gegengewicht und schaffen eine absolute Wohlfühlatmosphäre.
In der Mitte des Raumes war ein großer Tisch für uns festlich gedeckt. Mit vielen guten Weihnachtswünschen freundlich begrüßt wurden wir zum Tisch geleitet. Unsere Mäntel fanden Platz in der großen Garderobe an der hinteren Wand. Keine im Restaurant verteilten Garderobenhaken, keine Jacken achtlos über Stuhllehnen gehängt - hier hat alles seinen Platz und seine Ordnung. Es sind diese kleinen Dinge, die den Ton angeben, die aus der Masse herausheben.
Freundliche Servicedamen versorgten uns umgehend mit Getränken, und Herr Frenker beantwortete geduldig alle Fragen zur Festtags-Speisekarte. Kalbsbraten, Brust und Keule von der Gans, ein Fischgericht, Hirschrücken und ein vegetarisches Menü (nicht auf der Karte) standen zur Auswahl. Aber zunächst gab es für die ganz Hungrigen eine kleine Einstimmung in Form von frisch gebackenem Brot mit Butter und Salz. Traumhaft dieses Brot – warm und knusprig außen, weich und würzig innen – und ich wusste bisher gar nicht, wie gut frische Butter mit etwas Salz auf warmem Brot schmeckt. Dafür lasse ich demnächst jede Kräuterbutter links liegen ;-)
Dann kam die Suppe, dampfend heiß in tiefen Riesentellern serviert – als Eyecatcher ein edleres "Fischteil". Ich weiß nicht mehr, was es war, sah aber gut aus. Für die Vegetarier gab es Tomatensuppe mit kleiner Reiseinlage und einem "Klecks" leicht geschlagener (Gin)Sahne, der in der Wärme zerschmolz wie Schnee in der Sonne. Ein hübscher optischer Akzent und eine kleine Geschmacksexplosion, wenn kühlsanfte Sahne sich mit würzigheißer Suppe mischt. Eigentlich mag (mochte) ich gar keine Tomatensuppe, diese fruchtigfeine Köstlichkeit hat mich überzeugt.
Mein vegetarischer Hauptgang bestand aus einem Kartoffelstrudel auf sautiertem Gemüse. Auf einem Bett aus verschiedenen bissfest gegarten Gemüsestückchen lag der kross frittierte Strudel, umrahmt von einer leckeren dickflüssig süß-sauren Sauce, meine geschmackliche Lieblingsrichtung. Der Strudelteig, ausgesprochen lecker, umhüllte ein Innenleben aus Kartoffelscheiben mit heller Sauce, Kräutern, Gewürzen und einem Hauch Muskat (auch das liebe ich) - heiß und sättigend, "echt heerlijk" wie der Niederländer sagen würde.
Die mehrheitlich bestellte Gans mit Klößen, Rot- und Spitzkohl wäre jetzt nicht so mein Ding gewesen, wurde aber sehr gelobt. Es gab jeweils Brust und Keule mit Beilagen – einige Stücke waren butterzart, andere etwas fester.
Das Fischgericht (Filet) wurde ebenfalls als sehr wohlschmeckend gepriesen. Mir fiel allerdings besonders das Rotwild-Menü ins Auge. Ganz außergewöhnlich dekorativ in Kugelform geschichtet waren zwei dicke Fleischscheiben mit passenden Apfelscheiben – zusammen mit erlesenen Beilagen ein tolles Gericht, natürlich auch preislich das hochwertigste. Der "Genießer" war begeistert, umso mehr, als er Wild sonst eher verschmäht.
Alle Gerichte waren dekorativ auf edlen weißen Porzellantellern angerichtet, die man wegen ihrer eigenwilligen Rautenform auch nicht alle Tage sieht.
Kommen wir zum Nachtisch. Dem Anlass angemessen und auch hier wieder interessant arrangiert auf edlem weißen Porzellan wurden eine Kugel Glühweineis, Marzipanmousse und als Krönung ein warmes weiches Schokoküchlein serviert. Ehrlich, von dem Schokokuchen träume ich noch heute.
Bleibt zu erwähnen der Service, den wir anfänglich ganz allein genießen konnten, da die "frühe" Uhrzeit am Weihnachtsmittag eher wenige Gäste begeistern kann. Für uns, vor allem für den Altersjubilar passte es aber ganz gut und ließ Raum für etwas Smalltalk über das Restaurant. Dabei kamen auch die hohe Professionalität der jungen "Macher" und die Liebe und Begeisterung für ihr Projekt zum Vorschein. Fast unmerklich nebenher lief der absolut perfekte Service, der keine Wünsche offen ließ. Ich habe mal vor langen Jahren in einem damaligen Exklusiv-Restaurant "gespeist", wo der dienstbare Geist wie festgewachsen daneben stand und nachlegte und nachschenkte und nachlegte …… sehr störend, hat mich lange abgehalten, solche Lokale wieder aufzusuchen ;-))
Hier war es anders – perfekt und nach allen Regeln der Gastfreundschaft und Servierkunst wurden wir verwöhnt, das aber so dezent und unaufdringlich, dass wir uns fast wie zuhause fühlten.
Die Preise waren dem Anlass (Weihnachten) und dem hohen Standard durchaus angemessen, die Getränkepreise empfand ich als günstig. So wurden uns auch direkt große Flaschen mit Tafelwasser angeboten, die im Kühler auf dem Tisch bei Bedarf ausgetauscht wurden und gegenüber kleinen Wasserflaschen preislich sehr vorteilhaft waren, dabei gleichzeitig mehr Ruhe am Tisch brachten.
Wer mehr zu Preisen und Angebot wissen will, sollte sich auf der Website die regulären Speisekarten anschauen. Für Restaurant und Bierstube gibt es separate Karten, die der Bierstube finde ich besonders für den kleinen schnellen Imbiss sehr interessant – und dort natürlich auch das "Bingo am Donnerstag" ;-) Gesehen habe ich die Bierstube nicht, da wir den Vordereingang nahmen – eigentlich schade, muß unbedingt nachgeholt werden. Die Bierstube hat übrigens jeden Tag ab 18 Uhr geöffnet, das Restaurant von Mittwoch bis Sonntag ab 18 Uhr.
Ansonsten werden noch 4 Bundeskegelbahnen vorgehalten und für schöne Sommertage ein Biergarten im Innenhof.
Auch für größere Tagungen oder Feiern bietet sich das Restaurant an – bis zu 150 Personen können stilvoll umsorgt und kulinarisch verwöhnt werden – schöne Bilder dazu auch auf der Website.
Fazit: wir waren sehr zufrieden und können das Restaurant Veltrup uneingeschränkt empfehlen. Dem jungen und überaus engagiertem Team wünsche ich weiterhin viel Erfolg und viele, viele Gäste, die diesen herausragenden Service zu würdigen wissen :)
Akropolis - Steinfurt
Lechtestr. 3, 48565 Steinfurt
20-12-2012
Adé "Is Launeddas" – willkommen "Akropolis" :))
Leider konnten wir nach unserem Reinfall im Februar nicht mehr ausprobieren, ob das Essen nicht doch ganz super war im "Is Launeddas". Über Nacht war es schon wieder verschwunden, dieses von mir mit soviel guten Wünschen und Vorschusslorbeeren bedachte italienische Restaurant.
Aber schon hat sich das nächste Speiselokal dort etabliert – hoffentlich auf Dauer. Griechische Küche konnten wir lange nicht genießen in Borghorst. Mein letztes griechisches Mahl hier liegt mindestens 30 Jahre zurück. Ein richtig hübsches Restaurant war das damals in diesem schon lange abgerissenen alten Häuschen. Viel Himmelsblau an den Wänden und zurückhaltende Deko, wenig Kitsch – sehr, sehr schade drum.
Jetzt also "Akropolis". Kurzfristig hatten wir einen Tisch bestellt, was angesichts der Fülle im Restaurant sicher keine schlechte Idee war. Funktional und trotzdem hübsch eingerichtet finden wir keine allzu großen baulichen Veränderungen zum "Quattro Mori". Allerdings ist der große Pizzaofen verschwunden, und die Fenster sind nicht mehr so kahl. Vor dem Lokal lädt eine leicht erhöhte Terrasse zum Verweilen ein. Aber Vorsicht, ich finde die Anlage etwas unglücklich – Stolpergefahr (liegt aber vielleicht auch an meinen schlechten Erfahrungen im Mai in Lindau ;-)).
Freundliche Mitarbeiter "wuselten" herum, alles etwas gestresst – was nicht verwundert ob der Menschenfülle. Alle wollten wohl den "neuen Griechen" kennen lernen. Für einen nicht Fleischesser ist die Auswahl leider nicht allzu groß in einem griechischen Restaurant, daher blieben für mich mit Käse überbackene Nudeln und einige Gemüsegerichte, unter anderem Salat. Nach "nur" Salat war mir aber nun gar nicht zumute, als alle anderen wundervolle "Sattmacher-Kompositionen" der griechischen Küche bestellten, also dann eben Nudeln ;-)
Eine klare Fehlentscheidung im Nachhinein – das können die Italiener einfach besser. Die Nudeln waren zwar reichlich bemessen und ungemein sättigend, dafür aber so trocken, dass sie mir echt quer durch den Hals gingen ;-) Kein Vergleich zu den authentischen Käsespätzle mit Röstzwiebeln am Bodensee, die ich noch in so guter Erinnerung hatte.
Egal – eigene Schuld. Meinem Vegetarier-Sohn haben die Nudeln übrigens ausgezeichnet geschmeckt – na ja, über Geschmack lässt sich wohl wirklich nicht streiten.
Was mir aber als herausragend in Erinnerung geblieben und mich mit der Lokal-Wahl wieder versöhnt hat, ist das traumhafte Zaziki. So perfekt gemacht und lecker habe ich es selten gegessen !!! Und beim nächsten Mal werde ich dann einfach zu den Gemüsegerichten greifen.
Meinen "Mitessern" haben die reichhaltigen Fleischgerichte übrigens sehr gut geschmeckt, kein Grund zur Klage. Also hoffen wir mal, dass uns dieser Grieche, auf den wir so lange warten mussten, erhalten bleibt. Wir werden ganz sicher öfter mal dort speisen, zumal auch das Preis-Leistungs-Verhältnis mit gut 105 Euro für eine siebenköpfige Runde als wirklich super zu bezeichnen ist.
Ein Wort noch zur Geräuschkulisse. Schon im "Quattro Mori" ist mir der viel zu hohe Geräuschpegel negativ aufgefallen. Die Akustik stimmt hinten und vorne nicht. Obwohl der Raum jetzt auch mit mehr Textilien ganz ansprechend gestaltet wurde, ist kaum eine Besserung eingetreten. Bei voller Auslastung kann man sich kaum unterhalten, an ein intimes Tête-à-tête ist überhaupt nicht zu denken, empfindlichen Gemütern könnte gar der Appetit vergehen. Da müsste unbedingt dran gearbeitet werden, wenn nötig mit professioneller Hilfe.
Fazit:
4 Sterne für die Bereitschaft, in Borghorst endlich wieder ein griechisches Lokal zu betreiben und die nach Meinung meiner "Mitesser" gute Küchenleistung (für das Zaziki würde ich persönlich sogar 5 Sterne vergeben ;-)), meine Nudeln bleiben außer Konkurrenz außen vor. Für die Akustik muß ich einen Stern abziehen – zum Genießen braucht es auch ein wenig Ruhe und Entspannung. Aber da kann man ja dran arbeiten ....
Is Launeddas - Steinfurt
Lechtestr. 3, 48565, Steinfurt Steinfurt
21-11-2011
(updated on 20-12-2012)
20. Dezember 2012
Vergangenheit – das “Is Launeddas” hat im Laufe des Frühjahrs 2012 sang- und klanglos seine Segel gestrichen. Keine Chance mehr, die bestimmt ganz gute Küche auszuprobieren – schade, schade :´((
Aber der Nachfolger hat sich etabliert, diesmal ein Grieche. Ich hoffe auf ein längeres Verweilen, denn griechische Küche hat in den letzten 30 Jahren echt gefehlt in Borghorst.
12. Februar 2012
Ja so geht’s nicht – ich bin immer noch sprachlos.
Gerade habe ich uprocks Beitrag gelesen – so hatte ich mir das auch vorgestellt. Und heute abend wollte ich genau das erleben: freundliche Bedienung, leckere Pizza, angenehmes Ambiente.
Also habe ich für die Abendessen-Einladung am Sonntagabend das Is Launeddas vorgeschlagen – auch, damit ich Euch endlich berichten kann.
Voller Vorfreude standen wir vor dem erleuchteten und offensichtlich geöffneten Lokal, das gegenüber seinem Vorgänger schon durch eine gemütlichere Fenstergestaltung punkten konnte. auf dem Thekentresen stand eine Schüssel mit frischen Salatzutaten, Tische waren gedeckt. Ein Blick auf die kleine (um nicht zu sagen extrem kleine) Speisekarte schreckte nur kurz – Klasse statt Masse ist ja auch was.
Ein beherzter Griff zur Tür – geschlossen. Wie das, ab 18 Uhr sollte geöffnet sein, die Uhr zeigte etwa 18:15h. Irritiertes Rütteln – vielleicht klemmt ja was, Nix, auch kein Hinweis auf eine eventuell geschlossene Gesellschaft. Plötzlich tauchen aus dem Nichts zwei Gestalten auf. Ein “wild” aussehender Dunkelhaariger macht unklare Zeichen in Richtung Tür, ruft etwas wie geschlossen oder so, lacht dann – fast würde ich sagen diabolisch – zumindest sehr, sehr eigenartig das alles. Ein junger Mann will noch zur Tür kommen, anscheinend was erklären, wird aber zurückgepfiffen.
Uns haben Lust und Appetit verlassen, so was habe ich noch nie erlebt – unheimlich, das Ganze.
So leid es mir auch tut – die Vorschuss-Sterne muß ich erst mal wieder kassieren. Irgendwann werde ich sicher noch mal einen Versuch wagen – wer weiß, was da heute abend los war. Trotzdem – so geht man nicht mit Gästen um. Krankheit, geschlossene Gesellschaft – was auch immer – hätte ich verstanden. Aber ich möchte es doch vernünftig mitgeteilt bekommen.
Und ich hoffe wirklich auf einen einmaligen Ausrutscher – wäre einfach zu schade für Borghorst, wenn das nix wird.
November 2011
Da wollen wir sie mal willkommen heißen, die Nachfolger des so sang- und klanglos untergegangenen Quattro Mori.
Is Launeddas – 3000 Jahre alte sardische Flöten sind die Namensgeber des neuen Restaurants und gleichzeitig Programm, wie man am letzten Freitag in den Westfälischen Nachrichten lesen konnte. Denn neben leckerem Essen und guter Steinofenpizza soll es auch Musik geben, manchmal sogar live.
Im Moment kämpft man noch mit einem Wasserschaden im Keller, in den nächsten 14 Tagen soll’s aber losgehen. Ich bin gespannt und werde berichten :))
Vorab mal 3 gute Sterne schon allein für die Bereitschaft, sich in Borghorst gastronomisch zu engagieren ;-)
sonnenblume79 Die gestalten die im Restaurant geblieben sind konnten ueberhaupt kein Wort deutsch und Frau die dort arbeitete und alles supervisierte, ist nicht mehr da, deshalb glaube ich dass der Inhaber es alleine nicht geschaft hat und musste den Laden dicht machen. Eigentlich schade weil da Lokal ein gutres Potenzial mit den richtigen Leuten gehabt haette!
9 March 2012
meme … das wäre eine Erklärung. Wir haben uns – ehrlich gesagt – noch nicht wieder hingetraut.
10 March 2012
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