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"Lieber in 'ner Kneipe in Köln als in Kandahar im Knast"
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Car Royal Autoaufbereiter - Merkenich
Rudi Jaehne Str.10, 50769 Köln
28-07-2011
Heute, am 28.07.2011, wollte ich mal meinen in einer schwachen Stunde gekauften Groupon-Gutschein einsetzen, um mein pflegebedürftiges Auto mal so richtig pflegen zu lassen: Waschen, Föhnen, Legen, Peeling, Lymphdrainage – alles, was man Ford so gerne hat. Der erste freie Termin, den man mir bei dieser königlichen Firma anbot, war (bitte hinsetzen und festhalten!): der 4.10.2011. “Und das ist kein Scherz”, wie der Mann (Herr Rabe?) am Telefon ungefragt hinzusetzte. Ich finde aber doch, daß das ein Scherz ist (und vermutlich auch ein Versuch, solche Groupon-Ottos wie mich fernzuhalten, denn der Gutschein verfällt am 20.10.2011). Wartezeiten wie beim Orthopäden. Aber bitteschön – es geht um Autowäsche. Zum Brüllen!
Hotel-Restaurant Ilge - Arnegg
Bischofszellerstrasse 336, 9212 Arnegg
17-07-2011
Die Gaststube (es gibt mehrere Säle) ist angenehm weitläufig, die Tische sind sehr groß, und selbst an einem trüben Regentag macht unter der holzgetäfelten Decke alles einen hellen und freundlichen Eindruck – so freundlich wie der aufmerksame Service, der nie auf sich warten lässt.
Der als “Sushi” angekündigte rohe Thunfisch war von der Qualität her tadellos, aber ohne Raffinement. Gleiches gilt in Bezug auf das Zürcher Geschnetzelte: Rösti aus Kartoffelraspeln in Julienne-Stärke (zu homogen, um wirklich fein zu sein), das Kalbsgeschnetzelte war mürb, hatte aber etwas zuviel Hitze bekommen – vielleicht auch weil es zu lange in der heißen Sauce lag, die sehr gelblich und stärkehaltig daherkam.
Als Dessert empfiehlt sich eine Kreation aus Vanille-Glace mit Choco-Sauce auf einem Confit aus Mini-Orangen, letzteres liegt so reichlich unten im Glas, dass man gleich fürs nächste Frühstück davon aufheben sollte.
Alles in allem gute Küche, aber keine hinreissende. Das heisst: keine, zu der man hin reist.
L'Osteria - Troisdorf
Junkersring 1, 53844 Troisdorf
17-07-2011
Eine Autobahnabfahrt (Spich), ein Gewerbegebiet, eine Sporthalle: Man würde nicht an diesen Ort fahren, um Essen zu gehen im Sinne von: Essen zu gehen. Eher um jemanden zu treffen, den man anonym im Internet kennengelernt hat. Aber dann staunt man doch, wieviel Volk hier schon am frühen Abend hereinströmt: aufgebretzelte Frauen, Eltern mit Babies im Maxi Cosy, Freundeskreise, Firmenbelegschaften… Das ist ein gutes Zeichen. Es kann sogar sein, daß man ohne Reservierung abgewiesen wird – so voll ist es zuweilen trotz des riesigen Platzangebots in diesem Hallenrestaurant. Die wagenradgroßen Pizzen hängen so weit über den Tellerrand, daß man schon beim Anschneiden weiß: die kriege ich nicht fertig. Die überwiegend hübschen Serviererinnen haben sich deshalb ein Dutzend lockere Sprüche zurechtgelegt, mit denen sie die Überfütterungsbekenntnisse der Gäste beim Abräumnen halbvoller Teller kommentieren. Das alles hat System, und es kommt an. Geschmacklich sind die Pizzen nicht mal schlecht: relativ dünner, krosser Teig, Belag von guter Qualität, nicht zu scharf, nicht zu fett. Bloß die Musik ist so laut, daß man sich kaum unterhalten kann und das Verlassen der Lärmhölle als eine Art Ohrenbeglückung empfindet. Offenbar beruht das Konzept dieser Gastronomie auf Durchsatz, nicht auf Konsumsteigerung durch Verweildauer.
Bento Box - Müngersdorf
Aachener Str. 500, Braunsfeld, 50933 Köln
10-06-2011
Wenn man sich nicht mit japanischem Essen auskennt, dauert es natürlich etwas länger, die Speisekarte zu studieren und sich etwas auszusuchen – zumal die Beschreibungen voraussetzen, daß man sich mit japanischem Essen eigentlich auskennt. Aber gut, meine Frau mag so wahnsinnig gern Sushi (und ich mag so wahnsinnig gern meine Frau), daß ich mich auf das Bento-Experiment eingelassen habe. Früher gab es an derselben Stelle ein Lokal (Luise), das wir nicht mehr aufsuchten, weil die Bedienung so entsetzlich verpeilt war. Schon deswegen freute ich mich ein bißchen auf Bento. Und dann kam: Bedienung Nr. 1 – bringt Karte. Danke für die Karte, aber können wir schon mal etwas zu trinken haben? Bedienung Nr. 1 ist weg; der Durstige kann warten. Nach ein paar Minuten der Verwunderung kommt Bedienung Nr. 2: Bitte stilles Mineralwasser. Wieder warten und intensives Studium der Speisekarte. Bedienung Nr. 2 erscheint und fragt, ob wir bestellen wollen. Noch nicht, aber es ist heiß und wir hätten gern das Wasser. Bedienung Nr. 2 verschwindet, Bedienung Nr. 1 erscheint und fragt, ob wir bestellen wollen. Oh je. Die Zunge klebt am Gaumen, die Mittagsdepression rückt näher. Bedienung Nr. 2 erscheint, aber ohne jegliches Getränk, dafür mit Eßbesteck und Stäbchen. Danke, und jetzt schnell bestellen, bevor noch mehr Unsinn passiert. Das Restaurant war übrigens ziemlich leer, das heißt, das Personal hatte durchaus die Möglichkeit untereinander zu kommunizieren. Dann kam das Wasser, natürlich mit Kohlensäure, und während meine Frau und ich hungrig und mit einer gewissen Verzweiflung auf den menschenfeindlichen Designstühlen hingen und schicksalsergeben auf das Essen warteten, kam Bedienung Nr. 3 an unseren Tisch und fragte nonchalant, ob wir bestellen wollen. Ich aß übrigens eine Udon-Suppe mit viel Glutamat und hatte danach Durchfall. Bin halt allergisch.
Golden_Ticket_Dunny Lach…sehr geil geschrieben, habe förmlich mitgelitten. Hast leider Recht, der Service bei Bentobox ist doch in allen Filialen von wechselnder Qualität…aber die Chicken-Teriyaki-Spießchen lassen mich das immer wieder verkraften. Schade, dass es bei euch so blöd gelaufen ist.
17 July 2011
Dreifaltigkeitskrankenhaus Köln-Braunsfeld GmbH - Braunsfeld
Aachener Str. 445, 50933 Köln
16-10-2006
Hinter der grauen häßlichen Fassade eines alten Stadtkrankenhauses verbirgt sich ein hochmoderner und irgendwie heiterer Medizinbetrieb. Heiter? Aber ja! Die Orthopädie ist mit Verlaub eine handfest-fröhliche Disziplin. Heutzutage kann man an den Knochen schrauben, sägen, hobeln, daß es nur so kracht - und hinterher humpeln die Leute als geheilte heim. Vielleicht noch drei Wochen auf Krücken, aber dann hat es sich. Kein Vergleich mit der gedrückten Stimmung auf einer Station der "Inneren Medizin"...
Aber ich wollte etwas über das magische Innere des Dreifaltigkeitskrankenhauses sagen. Einen Tag vor meiner Meniskusoperation beschlich mich nämlich beim Betreten dieser Anstalt ein mulmiges Gefühl. Sieht unten alles ein bißchen heruntergekommen und patientenfeindlich aus. Und das, obwohl mir gleich mal 1500 Euro von einer herrischen Verwaltungsangestellten auf der Kreditkarte belastet wurden (weil ich unbedingt Chefarztbehandlung wollte). Aber dann schickte man mich in den ersten Stock, wo sich hinter einer Glastür die Wunderwelt der Park-Klinik GmbH auftut. Das ist die Privatstation von Prof. Schneider: holzgetäfelte Wände, komfortable Betten, allzeit alertes und sehr freundliches Personal. Ich war noch keine zehn Minuten in meinem Einzelzimmer, da sprang schon der Küchenchef herein und fragte, ob es etwas gebe, was ich nicht so gerne essen mag.
Die OP war ein Klacks; alle Furcht unnötig. Die Fortschritte der Chirurgie sind kaum zu fassen. Hinterher ging ich noch zwei Wochen lang zur Krankengymnastik, und wenn es nicht so pervers klänge, würde ich schreiben: ich bedauerte, daß der Heilungsprozeß so schnell ging. Ja, man muß eben genießen können...
Übrigens haben die dort auch ein großes Reha-Zentrum mit eigenem Schwimmbad. Und wer Rubens-Figuren mag, der sollte sich zur Wassergymnastik anmelden.
Bäckerei Heinemann GmbH - Braunsfeld
Aachener Str. 398, 50933 Köln
16-10-2006
Fünf Jahre dieselbe Bäckereifachverkäuferin! Ich hole (fast) jeden Tag ein "Doppelback, geschnitten". Sie fragt jeden Tag: "Was darf's denn sein?" und guckt, als ob sie mich noch nie gesehen hätte. Aber Heinemann backt (neben Merzenich) das beste Brot in Köln. Und die Coissants sind noch besser, beinahe französisch-locker-buttrig. Außerdem ist es schon toll, wenn man das Brot kostenlos geschnitten kriegt. Andere Bäckereien verlangen fürs Schneiden noch 10 Cent extra. Manche bald auch fürs Betreten ihres Ladens 5 Cent. Seit der Vergrößerung der Heinemann-Filiale auf der Aachener schenken sie hier auch Kaffe aus - der ist aber nichts für Genießer.
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