Compliment
Richensa (25-12-2007)
Bereits als dritter Versuch, hier die Dependance einer Großkette zu etablieren, muss der Auftritt von "Hertie" in der Höxterschen Innenstadt gewertet werden.
Und wenn ich den Beitrag meiner Vorschreiberin richtig interpretiere, sieht es weiterhin nicht sehr Erfolg versprechend aus.
Und dabei sollte doch gerade der neue Marktplatz in Höxter in den 1970er Jahre geradezu einer der großen Schritte auf dem Weg zur erfolgreichen Einkaufs- und Kreisstadt werden.
Da Höxter von den Zerstörungen des 2. Weltkrieges weitgehend verschont geblieben war, musste halt die Stadtplanung der Nachkriegszeit die nötigen Freiflächen in die intakte mittelalterliche Stadtstruktur schlagen.
So wurde für den Platz ein altes Quartier dem Erdboden gleich gemacht, darunter war auch der barocke Stadthof des Klosters Corvey, der einst ein reizvolles Ensemble mit der manieristischen Nicolai-Kirche und der Dechanei im Stile der Weserrenaissance bildete.
Zunächst zog in den grauen Betonklotz mit den Kunstschieferplatten im südlichen Bereich „Kepa“ ein, die es heute, glaube ich, gar nicht mehr gibt. Wenn ich mich recht entsinne, hatten sie hier auch die erste Rolltreppe in Höxter. Mitte der 1980er Jahre übernahm „Karstadt“ das sich über drei Stockwerke erstreckende Ladenlokal.
Inzwischen ist das dunkelgraue Kunstschieferzeug einem rötlichen Sandsteinplattendekor gewichen, viel schöner ist es nicht geworden, da die umliegenden Gebäude am Marktplatz weiterhin den Charme der Mittsiebziger-Innenstadt verströmen.
In Höxter hat sich der Käuferwille ähnlich wie in vielen anderen Kleinstädten entwickelt: man fährt doch lieber bis Kassel, Paderborn, Göttingen oder Hannover, als vor Ort seine Besorgungen zu erledigen. Und so wurde auch für „Karstadt“ die Luft knapp, das Angebot spärlicher, bis man sich zuletzt zurück zog und offensichtlich „Hertie“ den Platz überließ.
Ende offen…… Marktplatz sterbend…..
Tags
kaufhaus, geschichte, leerstand, konzeptlosigkeit, geschwurbel
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