Einstein, Unter den Linden 42, 10117 Berlin
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Compliment
Schnuppidu (25-04-2008)
9.44h, mein ICE hält pünktlich im futuristischen Hauptbahnhof von Berlin, um 10 h c.t. Termin im Einstein Unter den Linden, es ist ein warmer Frühlingstag, Berlin rüscht sich auf für einen Tag, den Berliner und Touristen in guter Erinnerung behalten sollen.
Über den Spreebogen gehe ich flotten Schrittes Richtung Cafe Einstein. Ein wunderbarer Weg von futuristischen Gebäuden gesäumt, rechts wohnt die Kanzlerin, links ist das Paul-Löbe-Haus, vor dem Reichstag formieren sich die Besuchergruppen. Eine - vielleicht verwirrte - Aktivistin pöbelt unentwegt in ihr Mikrofon und verlangt Unterstützung für Irland. Niemand nimmt Notiz, keine Polizei, die Mikro, Banner und Pöbelantin entsorgt. Gelassenheit.
Ich betrete das Einstein, Peer Steinbrück kommt mir bestens gelaunt entgegen und klatscht einen verlegen lächelnden Rezzo Schlauch ab. Schwere Männer steigen in schwere Limousinen und brausen mit verdunkelten Scheiben die 200 m zum Bundestag, um Deutschland weiter zu regieren. Normal hier.
Michael Friedmann alias Paolo Pinkel steht am Nebentisch und sieht aus wie ein Kunstwerk, der Begriff “wie aus dem Ei gepellt” trifft schon nicht mehr zu. Er sieht blendend aus und das ist er wohl auch irgendwie. Die Vorzeige-Grüne Claudia Roth beendet ihr Frühstück, genießt die Vorzüge des Einsteins und ihres Abgeordneten-Salärs.
Ich schnappe mir eine Süddeutsche, mache es mir bequem, das Lokal immer im Blick. Seit der Termin in Berlin feststand, habe ich mich auf weich gekochte Eier im Glas gefreut. Und da stehen Sie schon vor mir, die Eier im Glas. Ich muss an Herrn Friedmann denken, warum heißt es wohl sich in Schale werfen, wenn er wie aus dem Ei gepellt auftritt. Ich freue mich, dieser Laden inspiriert, wer dem Starbucks vorzieht, trägt auch Unterhemden, Sandalen mit Strümpfen und stellt alles und jedes in ein piefiges Preis-Leistungs-Verhältnis.
Übrigens ist das Kochen von weichen Eiern eine Kunst, die kaum jemand mit zuverlässig wiederkehrendem Erfolg beherrscht. Hier sind sie erstklassig und jedes Huhn würde sich freuen, würden die von ihm abgelegten Eier so eine Zukunft erfahren.
Zwei exzellente Kaffee und ein wenig Rührei später, zwei O-Säfte waren auch noch auf dem Tisch, zahle ich 25 €.
Ich bleibe noch ein wenig sitzen, lasse das Einstein auf mich wirken, jubele, dass die Visionäre sich gegen die Kleingeister durchgesetzt haben und den Status Hauptstadt wieder nach Berlin vergeben haben.
Ich bin Hamburger, liebe Hamburg, die schönste Stadt der Welt, aber Berlin ist eine phantastische Stadt, eine wahre Hauptstadt, eine echte Weltstadt.
Da hält Hamburg als Tor zur Welt genau den richtigen Abstand.
Um 15 h bin ich wieder zurück. 1:36 dauert der Ausflug in eine anregende Metropolis. Werde ich öfter machen. Und dann gibt es auch wieder Currywurst mit Pommes.
Ick freu´mir druff.
Tags kaffee, berlin, einstein, politik, hauptstadt, weltstadt, unter den linden, eier im glas
Comments (4) Offending content?Auch der Herr mit dem steifen Hut aß Eier im Glas, nachdem er Emil auf der Reise in die Hauptstadt bestohlen hatte.
In ungefähr so einem Café.
Aber das muss uns ja nicht stören.
Schöne Geschichte.
Das liest auch eine Frau in Berlin sehr gern,
Mann aus Hamburg!
Auf Wiedersehen.
Jetzt erzähl mir nicht, nur der Eier im Glas wegen bist du im ICE nach Berlin gedüst.
Wahrscheinlich wolltest Du einfach mal kontrollieren, ob unser Land von frühstücksverwöhnten Politikern regiert wird, oder?
Guten Morgen,
@ottogang: nein, nein, die Eier standen zwischen mir und meinem Gesprächstermin, 100 Eier (ICE) für zwei Eier im Glas wären - trotz aller Weltläufigkeit - dann ein paar Eier zu viel.
@fannyvanloo: Auf Wiedersehen.
@hotzenplotz: Aber als Emil den Herren dann doch noch erwischte, ging dem bestimmt der A. auf Grundeis.
Wünsche euch einen sonnigen Start in diese Woche,
Hamburg derzeit frühlingshafte 15 Grad (9.45h), blauer Himmel, leichte Brise - jetzt ist einer der Zeitpunkte, sich in Hamburg zu verlieben.
Schnuppidu