Soester Gräfte Trödel, Entlang der Gräfte, Osthofentor bis Jakobitor, 59494 Soest
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Compliment
Fräulein Übermut (16-06-2008)
Am kommenden Sonntag, dem 15. Juni ‘08, ist es wieder soweit - entlang der mittelalterlichen Stadtmauer, an ihrer Aussenseite, der Gräfte, findet der alljährliche Gräfte Trödel statt. Organisiert wird “Europas grösster Trödel” vom Kulturbüro Soest, die besten Vorabinfos, auch die Anmeldetermine für das nächste Jahr, sowie Preise und Photos aus den letzten Jahr, findet man auf der Internetseite des Alten Schlachthofs (siehe URL in der Visitenkarte).
Die Strecke zwischen Osthofen- und Jakobitor ist schon recht beachtlich; wenn sie aber wie zum Trödel rechts und links gesäumt ist von Tischen mit allerlei Krimskrams, Schätzchen, Kitsch, Kunst und Krempel, dann kann daraus auch ohne Mühe ein endloser Marsch werden.
Und es gibt was zu sehen! Da werden Jahr für Jahr die Keller und Dachböden ausgeräumt, da kommt auf den Tisch was nicht mehr gefällt oder noch nie gefallen hat (die üblichen Verlegenheitsgeschenke “guter” Freunde etwa), was geerbt aber nicht mehr nach gusto ist, und dergleichen mehr. Kurzum, hier wird von Privatleuten an Privatleute verkauft, und deshalb gibt es zum Gräfte Trödel keinen der nervigen Stände mit billiger Importware, Früchten, Backwaren oder fabrikneuen CDs und DVDs. Hier steht Trödel drauf, und Trödel ist auch drin - kistenweise.
Wer preiswert Spielzeug aus zweiter Hand sucht, ist hier sicherlich goldrichtig. Auch Kleider aus zweiter Hand werden günstig abgegeben. Zwischendrin immer wieder Stände mit Sammlergut und Kleinoden - sehr schön.
Man komme früh zum Gräfte Trödel, besonders, wenn man wie ich auf Schnäppchenjagd ist (gernst hätte ich am kommenden Sonntag mehr Werbung für Qype gemacht, aber leider °hüstel hüstel° warte ich bislang noch vergeblich auf mein Advanced-Insider-Täschli °räusper räusper° , das ja für Trödelfunde optimalst gewesen wäre… °blink blink°).
Der Trödel beginnt um 11 Uhr und geht bis in den Nachmittag. Da er an einem Sonntag stattfindet, wird es dann bereits gegen 12 Uhr sehr eng, sehr nervig, bei warmem Wetter sehr geruchsintensiv und unangenehm. Kinderwagen und Buggies sind leider zahlreich unterwegs und ihre entnervten Schieber machen das Trödelerlebnis leider nicht besser. Man sollte sich zweimal überlegen, ob der Wagen wirklich mit muss.
Öffentliche Toiletten sind vorhanden. Im vergangenen Jahr sah ich ein Schild für einen kleinen Service, der Kinderwindeln für rund 1 Euro verkaufte - für den Notfall, sozusagen. Nette Idee.
Der Alte Schlachthof hält hier eine PDF mit einem Übersichtsplan bereit - praktisch in A4 und druckfertig. Darauf sind auch Parkplätze, Toiletten und Erste-Hilfe-Station eingezeichnet. Guter Wegbegleiter - der Organisation des Trödels muss an dieser Stelle ein dickes Lob ausgesprochen werden!
Vielleicht laufen wir uns ja unwissentlich über den Weg. Ich bin die, die keine Qypetasche dabei hat. ;)
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Nachtrag zum Gräfte Trödel 2008:
Es war voll, bereits um kurz vor 11h, und wahrscheinlich auch schon seit Stunden vorher (der frühe Vogel und der Wurm…). Bereits um 12 Uhr ging teilweise gar nichts mehr auf dem schmalen Gehstreifen. Da die Trödelstände per Auflage direkt am Gehstreifen (ca. 2,50 - 3m breit) aufgebaut sein müssen, und der Verkehr in zwei Richtungen gleichzeitig fliessen muss, gab es Staus und Gedränge ohne Ende. Ein Schieben, Rempeln, Murren war es, besonders dank derer, die sich trotz engem Raumes ihre ganz eigenen Freiheiten herausnahmen - eingehaktes Dahinschleichen und Promenieren, Buggykonvoi der fünf besten Freundinnen samt Anhang und Nachwuchs, Begaffen der Stände, ohne den Gehweg freizugeben … der alltägliche Wahnsinn. Interessant, immer wieder zu beobachten, wie unsozial sich Menschen unter Stress verhalten.
Die Ordnungskräfte gaben ihr Bestes, und sie haben, ihren Möglichkeiten nach, einen guten Job gemacht. Erfreulich, dass Essens- und Getränkestände jeweils am Ende eines Abschnittes zu finden und nicht auch noch mittendrin platziert waren. Gute Planung.
Das “Warenangebot” war sicherlich reichhaltig, und so manchen vollgepackten Einkaufskarren auf Rollen sah man samt zufriedenem Menschen von dannen zockeln. Wahre Antiquitäten aber müssen entweder bereits zu früher Stunde beseite geschafft worden sein, oder sie waren wirklich so spärlich gestreut, wie es um 11 Uhr schien. Wer also wirklich Antiquitäten sucht, fährt vielleicht doch besser auf die speziellen Märkte in Dortmund etc. Dort ist es dann zwar auch teurer und die Händler nicht wirklich zum Verhandeln der Preise aufgelegt, aber dafür gibt es dann antikes und Edeltrödel in Reinform - ohne Volksauflauf.
Fazit: wenn es ein nächstes Jahr gibt, dann kann ich nur empfehlen, spätestens um 10 Uhr da zu sein. Ich bin ganz ehrlich dafür, dass Kinderkarren nur mit Ausnahme zugelassen werden sollen, oder dass der Gehweg an diesem Tag verbreitert wird. Wer auf Volksaufläufe und ein Bad in der Menge steht, der merke sich den Juni 2009 vor. Besser noch: der zweite Gräfte Trödel 2008 findet in knapp 2 Monaten statt!
Posted to: twitter.com/frl_uebermut
Tags kleidung, kunst, flohmarkt, trödel, sammler, kitsch, soest, krempel, second hand, zweite hand
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