Wollseifen bis Einruhr, Wanderung, 53937 Schleiden
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21-06-2008
Weiter geht es mit dem zweiten Teil meiner Wanderung von Wüstung Wollseifen nach Einruhr
Bei meinem letzten Besuch hat mich der Zustand der Wollseifener Kirche St. Rochus, betroffen gemacht, nun kann ich mich entspannen. Der Bund, einige Vereine und Sponsoren haben zusammen die Finanzierung der Kirchenrenovierung übernommen. Die Arbeiten haben mit der Dacherneuerung des Kirchturmes begonnen. Das Gebäude ist eingerüstet. Eigentlich kein schöner Anblick – aber in diesem Fall freuts mich.
Auf mich übt der Ort eine beklemmende Wirkung aus. Ich denke an die Menschen, deren jüngste Vorfahren hier gelebt und gearbeitet haben. Sie können zwar seit 2006 herkommen, aber nur noch vage den Fleck finden, wo das großelterliche bzw. Elternhaus stand . . . solche Gedanken gehen mir hier immer durch den Kopf.
Bevor ich ganz niedergeschlagen bin, wandere ich lieber weiter. Die Dreiborner Höhe, an deren Hang auch die Ordensburg Vogelsang errichtet wurde, ist sehr weitläufig. Dieser Eindruck wird noch verstärkt, durch die Grasmeere – Kilometer um Kilometer hochgewachsenes, blühendes Gras, das sich im kräftigen Wind hin und her biegt.
Nur ein einziger, schnurgerader, breiter Nutzweg ist für Wanderer freigegeben, alle anderen Wege sind mit Holzbalken versperrt. Die Pflanzen und Tiere sollen wohl besonders geschützt werden – gut. Nur dieser einzige begehbare Weg, lässt keine Wohlfühl-Stimmung aufkommen, die Freizeit-Qualität wird stark eingeschränkt (ein Minuspunkt).
Gefallen hat mir die Aussicht über die Grasmeere hinweg, in alle Richtungen. Die Dreiborner Höhe schiebt sich wie ein Aussichtsbalkon ins Land. Tief unten (nicht sichtbar) umkurvt der Obersee und die Urfttalsperre diese Anhöhe.
Außerdem beobachtete ich mit Begeisterung einen Rotmilan (auch Gabelweihe genannt) bei seinem Flug. Wie elegant er den Schwanz nutzt, um seinen Flug zu steuern.
Nach ca. 3 km konnte ich auf einen schmalen Weg abbiegen und auf eine Fichtenschonung zugehen. Der Waldpfad nimmt mich auf. Aus dem Fichtenwald wird Laubwald. Es geht mal wieder im Zickzackweg nach unten (die Kniebänder ächzen) 220m abwärts wollen bewältigt werden.
Einruhr ist ein beschaulicher Ort mit kleiner, sauberen Promenade. Von der Schiffsanlegestelle hat man die Möglichkeit zur kurzen Rundfahrt über den Obersee oder eine Schiffstour bis Schwammenaul (2 Std.), siehe Rursee-Schifffahrt in Google.
Einkehrmöglichkeiten gibt es in Einruhr reichlich. Angefangen vom Schnellimbiss mit Außenterrasse bis hin zum gediegenen Restaurant. Mein Tipp: nicht nur die Hotel-Restaurants an der Promenade beachten. In den kleinen Straßen Richtung Kirche sind verheißungsvoll aussehende Lokale und Cafés.
Ein Linienbus brachte mich über Gmünd (umsteigen) nach Kall, ab hier hatte ich DB-Anschluß nach Köln.
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