20-05-2007
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Ach, herrje. Das MOVIEMENTO – ganz großes Kino. Hundertjähriges Bestehen feierte dieses Kreuzberger Lichtspielhaus am 29. März 2007 und präsentiert sich, wie das Berliner TIP Magazin schreibt, immer noch stramm dem Autorenkino, europäischem Arthouse, amerikanischen Independents und dem Weltkino verpflichtet. Wie schön.
Kein Wunder, dass hier im Mai 2007 die heftig beaufmerksamte Wiederaufführung von Wim Wenders’ Kinomärchen „Der Himmel über Berlin“ mit funkelnagelneuen Kopien gefeiert wird. Den sah ich dort schon im Jahr seiner Erstaufführung Mitte der Achtzigerjahre, zu einer Zeit, als auch Billy Wilders mitten während des Mauerbaus gedrehte Berlin-Komödie „Eins, zwei, drei“ (mit Horst Buchholz, Lilo Pulver, Hanns Lothar und, jawollja, James Cagney) wiederaufgeführt wurde und Kultstatus erreichte. Dort sah ich auch damals den sehr verrückten Erstling eines zu der Zeit unbekannten jungen und doch schon weißhaarigen Filmemachers namens Jim Jarmusch: „Stranger Than Paradise“. So trägt mich der pure Gedanke an das MOVIEMENTO noch heute zurück in das Kreuzberg zu Mauerzeiten, ruft die Erinnerung an schwülwarme Sommertage zurück und unter alledem flirren die verschrobenen Kompositionen von John Lurie und die karstigen Gesänge von Screamin’ Jay Hawkins herum.
So ist und bleibt das MOVIEMENTO lebendige Berliner Kinogeschichte und ich bin sicher, dass stimmt, was das TIP Magazin auch noch schreibt: „Auch wer nach Jahren mal wieder die Treppen zum kleinen Foyer hochsteigt, fühlt sich sofort wieder zu Hause.“ Das bei einer Aufführung von „Der Himmel über Berlin“ auszuprobieren erscheint als verlockendes Projekt für ebensoeinen schwülwarmen Sommerabend, vielleicht mit dem dazugehörigen Sommerregenschauer, dessen Tropfen auf dem heißen Asphalt am Kottbusser Damm verdampfen. Und wenn man dabei noch verliebt ist hilft das ungemein. Ganz großes Kino eben.
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kino, kreuzberg
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