Review of el Lokal by Manni Stoltze

el Lokal, Gessner-Allee 11, 8001 Zürich

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16-07-2007

1pxt

30, kein einfaches Alter für eine Frau !!!

Für einen Mann natürlich auch nicht, aber bei uns wäre das Äquivalent wohl eher die Zahl 40. Man hört ja immer wieder das Männer ab einem gewissen Alter interessanter werden und die Frauen ebenfalls, ganz klar interessanter. Und die Birgit, das Geburtstagskind, ist da keine Ausnahme. Ihr unglaubliches Leben, angefüllt mit den unterschiedlichsten Erfahrungen, strahlt aus ihren Augen und ihre charmante Art zwingt selbst die erfahrensten Torjäger sofort in ihren Bann. Doch genug des Lobes, schliesslich will man ja hier über einen Lieblingsplatz lesen.

Nun, vor einigen Wochen hatte sie also die berüchtigte 30-Hürde zu nehmen, das arme kleine Ding. Schon Wochen vorher kam die Einladung ins 'el Lokal' an alle möglichen und unmöglichen Leute, so also auch an mich. Eine recht angenehme Ehrenverpflichtung, bei der ich nicht nur anwesend war, sondern ihr auch stimmungsvoll den Rücken gestärkt habe, so in der Art: "Schön das Du es bis hierhin geschafft hast". Oder so ähnlich.

Das 'el Lokal', direkt an der Limmat gelegen, ist ein zweistöckiges Bistro (Bar, Restaurant) mit einem anheimelndem Studenten-Nostalgie-Ambiente. Überall wo auch nur ansatzweise mehr als ein Quadratmeter freie Fläche zu finden war, sind kleine Gadgets zu entdecken, die einem bei peinlichen Dialoglücken immer wieder aus der Patsche geholfen haben. An den Wänden viele kleine Bilder aus vergangenen Tagen in schwarzweiss (Rocky Graziano etc.), sowie übergrosse, aktuelle Fussballdebakel aus jüngerer Vergangenheit finden hier ihren Platz. Das unbestrittene Highlight des Lokals ist jedoch das ca. drei Meter grosse Skelett, das von der Decke baumelt. Auf den ersten Blick mutet alles ziemlich chaotisch an, was sich auf den zweiten Blicke hin als Wahrheit bestätigt. Und trotzdem ist das Bild stimmig, eine Wohlfühlatmosphäre die sich schon nach wenigen Minuten einstellt.

Das gemischte Publikum reicht von besagten Studenten bis zu Bankangestellten in tadellosen Anzügen. So auch bei unserem Event, für den fast der gesamte obere Stock reserviert wurde. Die Treppen hoch, an der lang gezogenen Bar vorbei und schon sitzt man in einer gemütlichen Chillout-Ecke. Unter uns der Blick auf die Bar, den illustren Gästen und weiteren vielen schönen Dingen, deren Wert man wohl nur von hier oben richtig beurteilen kann, grins. Immer wieder fällt der Blick auf das übergrosse Skelett direkt vor einem und ich fange an über mein Leben nachzudenken ... hm, joo Manni, alles richtig gemacht.

Es ist also Freitag Abend, kurz nach 17 Uhr, der Hunger stellt sich ein und vor mir liegt ein ausgiebiger Bierkonsum. Eine Grundlage wäre also nicht verkehrt. Vor dem Lokal wird gegrillt und an den zahlreichen Biertischen, die dort draussen aufgestellt sind, wird erfolgreich der Hunger bekämpft. Doch dann wird der erste Tapasteller serviert und lacht uns an. Wirklich sehr lecker und vielfältig, unbedingt probieren. Besonders hervorheben möchte ich das ausgezeichnete Fleischklöschen, von dem es dann aber leider nur eines pro Teller gab. Klar, ein Mensch von guter Erziehung (hab ich) und Anstand (na ja, ich war wirklich ganz dicht dran) hätte nach dem sechsten Teller aufgehört und den anderen Gästen auch noch was übrig gelassen. Birgit, falls Du das liest, ich schwöre, ich wollte ja aufhören, ehrlich. Aber du kennst mich, ich bin ein schwacher Mensch und genusssüchtig obendrein. Asche auf mein Haupt, nun meinetwegen, aber die Fleischklöschen kriegst Du nicht wieder.

Dieses gelungene Geburtstagsfest findet so gegen 22 Uhr sein Ende, aber nur um es durch ein Feuerwerk zu krönen. Zufälligerweise beginnt an diesem Tag das 'Züri Fäscht', das grösste Volksfest der Schweiz. Ich gehe also mit den vielen netten Menschen, die ich dort kennen gelernt habe Richtung Seebecken, geniesse das farbenfrohe Erlebnis, verliere die mir zugeteilte Gruppe, finde jedoch andere nette Menschen ... der Rest der Nacht verschwimmt ein wenig im Nebel. An das 'el Lokal' jedoch erinnere ich mich.

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Comment (11) | Report this content | Compliment

Comments:

  • 16-07-2007, 19:37

    Hauptsache und hast bei der Alterserwähnung die Worte schon und erst nicht verwechselt.
    Ansonsten könnte ich ja schreiben "Klösschen zu Klösschen", aber so gemein bin ich natürlich nicht.

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  • 16-07-2007, 19:44

    Tja, wir Genußmenschen haben es gar nicht immer so leicht.

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  • 17-07-2007, 11:02

    Gleich drei Ausrufezeichen bei dem Alter 30, jetzt weiß ich wenigstens warum ich damals (vor 2 Jahren) eine Lebenskrise beim Erreichen dieses Alters hatte. Wir armen Dinger, welch ein Glück, dass Ihr Männer 10 Jahre mehr (Schon-)Zeit für diese Lebenskrise habt......vielen Dank & sonnige Grüsse aus Mannheim, Andrea ;-))

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  • 17-07-2007, 11:14

    Welche Krise darf ich denn beim erreichen, bzw überschreiten der doppelten 30 in Anspruch nehmen?

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  • 17-07-2007, 13:08

    Hallo Andrea, sei gegrüsst und vielen Dank für Dein Kommentar. Du hast meine nicht ganz vollständige Theorie gut umgesetzt und mit Humor genommen, bravo.

    Hallo Wolfgang, was es beim Überschreiten der 60 gibt kann ich nur ansatzweise vermuten. Ich vermute also das man dann über so viel Erfahrung verfügt, das aber alles, aber wirklich auch alles mit Humor nimmt und nur noch geniessen muss. Richtig?

    Zu meiner Person: Als ich vor 2 Jahren die 40 genommen habe ... ich kann Euch sagen: Kein einfaches Alter für nen Mann. Lieben Gruss Manni

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  • 17-07-2007, 13:12

    Bussi, Manni, Bussi.

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  • 20-07-2007, 00:02

    Wie heißt es doch immer so schön, man/frau ist immer so alt wie man/frau sich fühlt...und daher kann ich nur betonen, dass wir doch alle jung und dynamisch in unserem Herzen geblieben sind, denn Qype hält fit! ODER? ;-)

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  • 30-07-2007, 18:16

    Elegant geschrieben wie ein kurzer Tango, sofort in die Kronjuwelen-Kollektion aufgenommen! Da sollten Jahre dann auch keine Hürden mehr bedeuten - Qualität wird immer dauerhafter sein...

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  • 31-07-2007, 20:38

    Wow, ein Lob von Andreas ... das will was heissen. Ich fühle miche gebauchpinselt uns sage herzlichen Dank. Schönen Gruss aus Zürich, Manni

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  • 03-08-2007, 09:52

    Also 30 werden fand ich gar nicht schlimm - es ist mehr das Umfeld was einen wahnsinnig macht.

    "O Gott, hast du schon Angst", "Schlimm???", "Willst du das überhaupt feiern....", "..." ....

    Ich habs auf jeden Fall gut überstanden und keine weiteren Veränderungen gemerkt. Jetzt bin ich schon 33 und das soll ja angeblich das schönste Alter sein. Schauen wir mal....

    Super geschrieben! Liebe Grüße
    Moni

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  • 12-04-2008, 17:31

    Lieber Manni, Zürich war ja schon immer eine Reise wert, aber seitdem Du dort Dein bereicherndes Unwesen treibst, ist es einfach eine Schande, daß Köln nicht näher dran ist… Schön, daß es Dich gibt, danke für den immer wieder amüsanten und interessanten Lesestoff, den Du hier lieferst und - jetzt aber genug geschleimt - ganz liebe Grüße an Birgit, Diezi, Nicole und Yannik! Deine Verve

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