Review of Le Marrakech by mostro

Le Marrakech, Kellerbleek 10, 22529 Hamburg

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29-10-2007

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Der alte Lokstedter Güterbahnhof. Brachland. Der alten Schienenstränge beraubtes Gelände. Unkraut. Alte Pflastersteinstrassen. Man wähnt sich in Zeiten grauer Schwarzweißfilme. Ein paar geräuschlose Handwerksbetriebe, verfallend Kleingartenlauben, Autowracks, Schuppen mit unklarem wenn nicht dubiosem Inhalt, viel Gras und wuchernde Sträucher. Eine malerisch morbide Kulisse. Ich hatte hier ein paar Jahre mein Atelier in einer alten Werkhalle und genoss die Abgeschiedenheit mitten in der Stadt.

Irgendwann kamen die bunten Marrakech-Holzschilder. Keiner wusste, was sie bedeuteten. Erst nach langer Zeit ging ich einmal die alte Sackgasse zu Ende. Die keinen eigenen Namen hat. Dort in einem alten Schuppen, am Ende der Welt, hat man den Orient versteckt (falls ihn mal jemand zwischen Marokko und Pakistan suchen sollte). Schon außerhalb der Halle fallen ornamentale Metallgitter, Giebel, Amphoren und Palmen auf. Alles scheint verwaist, und man findet mühsam seinen Weg durch eine schwere grüne Holztür an der Seite.

Und plötzlich ist man in einem arabischen Palast. Hohe Bögen, Arkaden, Gängen, Gemächer, das Innere des Schuppens ist zu einem eigenständigen Gebäude verwandelt worden, in dem orientalische Baumeister eigens feste Wände gezogen haben, mit vielen orientalischen Stilelementen, mit Palmen und vor allem erleuchtet durch tausende phantastischer schmiedeeiserner Lampen und Ballons, die ein geheimnisvolles Licht durch all die Winkel und Räume schicken. Das gesamte Labyrinth ist angefüllt mit prachtvollen Schätzen, Geschirr, Gerät, Schalen,. Vasen, Tische, Sessel, Polster, Gewänder, Vorhänge, Teppiche, Silber, Leuchter, Kacheln – alles in prachtvollen schweren Farben, purpurn, rot, gold, erdfarben, leuchtend. Staunend und benommen tastet man sich durch das Halbdunkel, in dem die Schätze glühen wie in Tolkiens Drachehort - man erwartet einen grimmigen Wächter all diese Reichtums und stößt nur gelegentlich auf eine freundliche Dunkelhaarige Dame, die einem den Weg weist. Oder gerät in das integrierte Restaurant – doch dazu ein andermal mehr...

Marrakech ist wie Tausend und eine Nacht und immer wieder bewundere ich die Menschen, die so viel Mut und Energie hatte, diesen kleinen großen Traum zu verwirklichen.

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Comments:

  • 29-10-2007, 19:38

    Ist das schön!! Und ich bin froh, dass ich nicht die Einzige bin, die unscharfe Bilder ins Netz stellt. Wohl auch ein Fotohandy, was?

    Link_to_post_icn


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